Die körperbehinderten Sänger der Rolli-Gang geben mit selbst geschriebenen Songs wie „Freude am Leben“ Mut und Zuversicht – sogar Abgeordneten. Foto: Rammelsberger

Energieschub von der Rolli-Gang

Haar - Es geht nicht nur um Unterhaltung. Wenn die Rolli-Gang im Café Regenbogen Pop- und Rocksongs singt, haben die sechs körperbehinderten Sänger eine Botschaft.

Die Sänger machen ihrem Publikum Mut und verbreiten mit selbst geschriebenen Songs wie „Freude am Leben“ oder „Keine Angst vor nichts und niemand“ Zuversicht. „Wie du bist, bist du okay! Akzeptiere dich!", heißt die Botschaft.

Die psychisch kranken Zuhörer im Café Regenbogen, einer Einrichtung im Klinikum München-Ost, nahmen dies mit Begeisterung auf: „Viele stehen unter Medikamenten, aber an ihrer Mimik und Gestik sieht man, dass sie auf die Songs reagieren", erzählt René Vollmar, der „Vater" der Rolli-Gang. Ein Zuhörer sprang sogar auf und sang mit der Band sein Lieblingslied "I Was Born Under a Wandering Star“. ,„Die regelmäßigen Auftritte im Klinikum München-Ost sind für uns immer eine besondere Erfahrung", sagt Vollmar, "weil unsere behinderten jungen Leute selbst hier Charity machen“.

René Vollmar, der aus Haar stammt und Religionslehrer an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte in München ist, hat die Band gegründet. Er hat selbst eine ausgebildete Gesangsstimme, komponiert und schreibt Texte: „Für mich heißt Religion auch, dass wir einen Auftrag von Gott haben“, erzählt er nach dem Konzert: „Als ich als Lehrer feststellte, dass es so viele talentierte Schüler mit Behinderung gibt, deren Begabungen brach liegen und nicht gefördert werden, konnte ich mich dieser Aufgabe nicht entziehen.“

Seit acht Jahren erhalten die Rolli-Gangsters bei René Vollmar eine Gesangsausbildung. Anfangs trat die Gruppe nur in der Schule auf, dann wollten immer mehr Menschen die Band erleben.

Vor zwei Wochen lud Europa-Abgeordnete Angelika Niebler die Rolli-Gang nach Straßburg ein, wo sie im Europaparlament sang: „Einige Abgeordnete kamen gerade aus einer schwierigen Sitzung zum Gaza-Krieg und waren sehr deprimiert“, erzählt Vollmar. „Wir haben unser Europa-Lied gesungen. Die Zuhörer haben mitgeklatscht, haben sich gefreut und sich bei unsere Friedenshymne an den Händen gehalten“. Ein positiver Energieschub eben – sogar für Abgeordnete. Charlotte Borst

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