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Da soll’s langgehen: Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller und Landrat Christoph Göbel bei der Präsentation der neuen Klima- und Energieinitiative des Landkreises, genannt 29++.

Energiepolitik

Mit „29++“ in die Zukunft

Landkreis - Der Landkreis begräbt die Energievision – und setzt dafür auf 29++.

Dieses Kürzel steht für eine neue Klima- und Energieinitiative. Das Ziel sei ein Kreistagsbeschluss im Dezember, sagt Landrat Christoph Göbel bei der Auftaktveranstaltung in Haar.

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, hat Altkanzler Helmut Schmidt einmal gesagt. An diesen Ratschlag hat sich der Landkreis München freilich nicht gehalten. Stattdessen hat er seine Vision kurzerhand begraben. Genauer gesagt: die 2006 verabschiedete Energievision.

In ihr hatte sich der Kreistag zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch im Landkreis bis zum Jahr 2050 auf 40 Prozent des damaligen Energieverbrauchs zu reduzieren. Überdies sollten diese 40 Prozent vollständig durch regenerative Energien gedeckt werden. „Das war griffig, das war gut, und das hat uns auf den richtigen Weg gebracht“, sagt Landrat Christoph Göbel (CSU). 

Was er nicht sagt: Die Energievision war überdies allzu optimistisch und ein Stück weit blauäugig. Denn seit dem Beschluss ist der Energieverbrauch im Landkreis nicht etwa gesunken, sondern gestiegen – um 25 Prozent. Ursache hierfür waren vor allem das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in der Boom-Region um München. Dazu kam aber auch, dass sich zahlreiche Unternehmen und nicht wenige Bürger kaum um die Pläne aus dem Landratsamt scherten. 

Nun will der Landkreis statt der Energievision eine neue Klima- und Energieinitiative auf den Weg bringen. Der Name: 29++. Dies stehe für zweierlei, erläutert Göbel bei der Auftaktveranstaltung vor rund 180 Besuchern im Haarer Bürgerhaus, darunter etliche Rathauschefs und kommunale Mitarbeiter. Erstens spiele die Zahl auf die 29 Gemeinden und Städte im Landkreis an und zeige, „dass alle gefordert sind“, so der Landrat. Zweitens beziehe sich das Doppelplus auf die Effizienzklassen, die es etwa bei Kühlschränken oder Waschmaschinen gibt. Dabei habe man absichtlich nicht die höchste Kategorie mit drei Pluszeichen gewählt, „weil wir wissen, dass es steigerbar ist. Und dafür müssen wir einige Anstrengungen unternehmen.“ 

Das Ziel sei es, so Göbel, dass der Kreistag im Dezember einen Beschluss über die neue Initiative fasse – „mit konkreten Maßnahmen und Zielen“. Anders als bei der Energievision sollen diesmal aber keine absoluten Werte benannt werden, sondern ein anvisierter Energieverbrauch pro Kopf. Schließlich wächst der Landkreis unaufhörlich: von aktuell rund 335.000 auf prognostizierte 380.000 Einwohner im Jahr 2030. 

Um Bürger und Kommunen bei der neuen Klimainitiative mit ins Boot zu holen, laden der Landkreis und sein Projektpartner, die Firma Green City Energy, in den nächsten Monaten zu diversen Workshops, Kongressen und Veranstaltungen ein. Darüber hinaus sollen auch die Unternehmen im Landkreis mit einbezogen werden, schließlich sind sie aktuell für fast die Hälfte des Energieverbrauchs verantwortlich. „Da muss es Kooperationen geben“, sagt Göbel. „Und wir müssen Anreize für die Unternehmen schaffen."

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