Mit Engelszungen: Italienischer Wirt rettet Lebensmüden

- Unterschleißheim - Eine halbe Stunde lang hat Francesco Cataldo am Handy beschwörend auf einen italienischen Landsmann eingeredet, der eine Überdosis Schlaftabletetten geschluckt und sich in Selbstmordabsicht auf die Bahngleise zwischen Lohhof und Eching gestellt hatte. Cataldo hat den Mann überredet, sein Leben nicht wegzuwerfen.<BR>

<P>Den Retter hat die Polizei gestern mit einer Dankurkunde ausgezeichnet. Beamte der Inspektion Oberschleißheim hatten Cataldo in dem Fall als Dolmetscher eingeschaltet. Sie kannten den Gastwirt, der in der Bezirksstraße Unterschleißheim das Lokal "Sapori mediterranei" führt.<P>Cataldo war einigermaßen verdattert, als am 29. März kurz vor Mitternacht die Beamten in seinem Restaurant standen und ihm die Situation erklärten: Ein in Unterschleißheim lebender Italiener war aus seiner Wohnung verschwunden. Er hatte in Selbstmordabsicht Tabletten geschluckt, sein Aufenthaltsort war unbekannt. Ein Großaufgebot mit Hubschrauberunterstützung begann die Suche. Beamte bekamen den Verschwunden ans Handy - doch der sprach nur Italienisch.<P>So kam Francesco Cataldo ins Spiel. Er rief die Handynummer des Vermissten an, der ging ran - und Cataldo redete mit Engelszungen auf ihn ein. "Ich hab` so mitgezittert", sagt der Gastwirt. Nach einer halben Stunde hatte Cataldo seinen Gesprächspartner so weit, dass der von den S-Bahngleisen herunterkletterte und seinen Standort preisgab. Dort übernahm der Notarzt den Mann, der später ins Bezirkskrankenhaus Haar eingewiesen wurde. "Glück gehabt", sagt Cataldo. "Der hat das schon ernst gemeint." gü<P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz in Schäftlarn: Polizisten rücken wegen „Bedrohungssituation" aus - Sprecher äußert sich
Großeinsatz in Schäftlarn: Polizisten rücken wegen „Bedrohungssituation" aus - Sprecher äußert sich
Wegen übler Nachrede: Bürgermeister hält an Strafantrag gegen Gemeinderat fest
Wegen übler Nachrede: Bürgermeister hält an Strafantrag gegen Gemeinderat fest
Haarer Gymnasium: Schüler aus dem Landkreis müssen länger in Quarantäne bleiben als Jugendliche aus München
Haarer Gymnasium: Schüler aus dem Landkreis müssen länger in Quarantäne bleiben als Jugendliche aus München

Kommentare