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Zwischen Mars und Jupiter liegt Garching.

Neu entdeckter Planet

Garching liegt zwischen Mars und Jupiter

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Garching - Er liegt zwischen Mars und Jupiter, ist ein Kleinplanet und wurde ganz neu entdeckt: Die Wissenschaftler Felix Hormuth und Thomas Müller haben ihn Garching getauft und damit Bürgermeister Dietmar Gruchmann überrascht.

Zu wenig Wohnungen, zu wenig Bauland, zu wenig Platz: Das sind die üblichen Klagen, wenn man mit Garchinger Bürgern spricht. Nun jedoch bahnt sich eine Lösung an – und zwar im großen Stil. Denn auf einen Schlag hat sich das Garchinger Hoheitsgebiet um gute 1200 Hektar vergrößert. Platz genug also für billigen Wohnraum noch und nöcher, gebe es da nicht ein Problem: Für den Weg zu diesem potenziellen Neubaugebiet brauchen selbst die modernsten Raumschiffe zwei bis drei Jahre.

"Fantastisches Ereignis" zur 1100-Jahr-Feier

Denn Garching liegt knapp hinterm Mars. Diese Nachricht eröffneten die Astronomen Felix Hormuth und Thomas Müller dem Garchinger Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), als sie ihn vor einigen Wochen in seiner Bürgersprechstunde besuchten. Dort, wo’s sonst um die Sorgen und Nöte der Bevölkerung geht, teilten die beiden Forscher dem Rathauschef mit: Ein Kleinplanet im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter trägt seit Kurzem offiziell den Namen Garching. „Das ist ein fantastisches Ereignis“, freut sich der Bürgermeister, „vor allem jetzt zu unserer 1100-Jahr-Feier“. 

Planet Garching über Stadt Garching: Thomas Müller, Felix Hormuth und Bürgermeister Dietmar Gruchmann (v.l.).

Zu verdanken hat die Universitätsstadt dies in erster Linie Felix Hormuth, der am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg forscht. Bei einem längeren Aufenthalt in einem Observatorium in Spanien entdeckte er mehrere bislang unbekannte Kleinplaneten – darunter einen Asteroiden, der anfangs die Nummer 365159 trug. „Ich hatte eigentlich etwas anderes beobachtet, doch plötzlich war da ein Punkt“, erzählt Hormuth. Als Entdecker durfte er wenig später einen Namen für den Asteroiden vorschlagen – und hier wiederum kommt Thomas Müller ins Spiel. 

Der Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching ist ein guter Freund von Hormuth, lebt mit seiner Familie in der Universitätsstadt und wusste daher von der 1100-Jahr-Feier, die heuer im großen Stil begangenen wird. Bei einem gemeinsamen Besuch im Biergarten am Mühlenpark habe er seinem Kollegen vorgeschlagen, den Asteroiden auf den Namen „Garching“ zu taufen, erzählt Müller. Und Hormuth willigte ein – „weil Garching hinsichtlich Astronomie eine große Bedeutung hat“, wie er sagt. Und wohl auch, weil Hormuth, nebenbei bemerkt, noch etwa 45 weitere Kleinplaneten entdeckt hat, für die er sich einen Namen ausdenken darf. 

Asteroid ist 4,5 Milliarden Jahre alt

Nach eingehender Prüfung stimmte die Internationale Astronomische Union dem Namensvorschlag im September zu – und seitdem schwirrt ein Gesteinsbrocken durchs Weltall, der offiziell auf den Namen „Garching“ hört. Der Kleinplanet hat einen Durchmesser zwischen 500 Metern und zwei Kilometern und ist geringfügig älter als seine namensgebende Ortschaft: Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ist er zusammen mit dem gesamten Sonnensystem entstanden.

Allzu gemütlich geht es auf Garching allerdings nicht zu, räumt Thomas Müller ein: Sehr trocken sei es dort, Wasser suche man vergeblich, und auf der Nachtseite des Asteroiden herrschen frostige minus 200 Grad Celsius. Und so steht für den Astronomen fest: „Für einen Urlaub ist der Kleinplanet Garching nun wirklich nicht geeignet.“

Von Patrik Stäbler

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