Zu Persönlichkeiten herangereift: Entlassfeier an der Mittelschule Garching. Foto: Förtsch

Entlassfeier an der Mittelschule Garching

Garching - Wie der Bauer seiner Saat, gewährt die Schule ihren Schülern Zeit zu reifen. 13 Schüler mit einem erfolgreichen Abschluss hat die Mittelschule Garching reifen lassen, sie durch frostige Winter gebracht und bei Bedarf mit Dünger nachgeholfen. Bio, versteht sich, betonte Schulleiterin Heidemarie Lamberty,

Bei der Abschlussfeier gebrauchte sie die Landwirts-Metapher. „Aus Pflänzchen sind Jugendliche geworden“, die sie nun schweren Herzens anderen Gärtnern anvertrauen muss, sagte die Rektorin. Und sie mahnte zur Vorsicht: Das Internet, soziale Medien - die könnten zu den Fangarmen eines Kraken werden. „Die Suchtgefahr ist groß.

Eva Hofrichter hat die 9. Klasse als Klassenlehrerin geführt, Rektorin Lamberty die 10. Klasse. An die Politik richtete sie den Aufruf, Bildungspolitik wieder mehr mit Pädagogik auszufüllen. Als Lehrerin und Schulrektorin sei sie verstärkt zu dem Eindruck gelangt, dass Kinder heutzutage möglichst schnell zur Marktreife erzogen werden sollten.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann sagte zu, diese Gedanken bei einem seiner nächsten Termine im Kultusministerium zur Sprache zu bringen. Die „nachdenklichen Worte“ der Rektorin scheinen ihn inspiriert zu haben. Den Schülern wieder zugewandt, ließ er es laut durch den Saal schallen: „Ihr habe es geschafft!“ Den Entlassschülern empfahl er, sich vor Augen zu halten, dass Mittelschule wesentlicher Bestandteil der schulischen Ausbildung ist. „Die Wirtschaft beruht nicht nur auf Hochschuldozenten und promovierten Menschen“, sagte Gruchmann: „Die Arbeit passiert an anderer Stelle.“ Die Absolventen sollten sich nicht fürchten vor den Anforderungen des Lebens. Das nötige Rüstzeug hätten sie in der Schulzeit gelernt: Eigeninitiative, Teamwork, Verantwortung. „Und merkt Euch: Man lernt nie aus.“ Apropos Schule, die Schüler gewöhnlich nicht sonderlich schätzen: „In ein paar Jahren werdet ihr euch dankbar an eure Schulzeit erinnern; daran, wie unbeschwert das Leben war.“ Aus seinem Erfahrungsschatz ließ Dietmar Gruchmann die Schüler wissen, nicht gleich beim ersten Rückschlag aufzugeben. „Mancher Weg führt um die Ecke“, sagte er. Er selbst sei bei einer Bürgermeisterwahl zunächst gescheitert. „Lasst Euch nicht entmutigen.“ Und im Übrigen erklärte er: „Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen.“ an

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