Emmeran Lechner hat sich in den Vereinen engagiert.
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Emmeran Lechner hat sich in den Vereinen engagiert.

Emmeran Lechner aus Großhelfendorf starb plötzlich und unerwartet mit nur 60 Jahren

Er gehörte zum Ort wie der Maibaum

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Für Großhelfendorf war er ein ganz wichtiger Bestandteil. Jetzt ist Emmeran Lechner im Alter von nur 60 Jahren gestorben.

Großhelfendorf – Es ging alles sehr schnell. Emmeran Lechner fühlte sich nicht wohl und hat noch selbst den Notarzt gerufen. Mit dem Rettungsdienstpersonal hat der 60-Jährige dann noch gesprochen, selbst, als er in den Rettungshubschrauber hineingeschoben worden ist. Kurze Zeit später war es nicht er, der am Telefon sprach. Es war die traurige Nachricht aus der Klinik: Er ist tot.

Groß ist die Bestürzung nicht nur, aber vor allem in Großhelfendorf, wo der „Gödl-Emme“ gelebt und gewirkt hat. Altbürgermeister Hans Eichler fasst dies so zusammen: „Plötzlich, unerwartet, tragisch, unfassbar, fassungslos, unbegreifbar und doch eine unabänderliche Tatsache – der Gödl- Emme ist nicht mehr unter uns.“ Er hinterlässt seine Frau Maria und seinen Sohn Stefan mit dessen Familie. Emmeran Lechner war das siebte von elf Kindern der Eheleute Kaspar und Elisabeth Lechner.

Wie es sich für einen echten Helfendorfer gehört, war er in den Vereinen aktiv. Einige Zeit gehörte er auch dem Aufsichtsrat der Brauereigenossenschaft Holzkirchen an. Beruflich hat Emmeran Lechner landwirtschaftliche Tätigkeiten im Auftrag des Lohnunternehmens Rutz in Großhelfendorf ausgeführt. „Er war Land- und Forstwirt mit Leib und Seele und auf beiden Gebieten ein absoluter Spezialist und gefragter Ratgeber“, so Eichler. Trachtenchef Max Demmel bringt als Vergleich: „Der ,Gödl Emme‘ hat zu Helfendorf gehörte wie der Maibaum oder die Kirche zum Dorf. Wir haben hier wirklich einen überall im Ort und weit herum geschätzten Freund verloren.“ Im Jahr 2000 kam Lechner zu den Trachtlern, war aber schon zuvor eine Stütze, wenn Not am Mann war. „Seitdem das Johannifeuer auf dem Goldberg stattfindet, hat er sich immer ums Holz und generell ums Aufbauen des Feuers gekümmert. Ohne Ausnahme jedes Jahr.“ Für die Kinder hat er bei sich im Schupfn eine Kirtahutschn aufgebaut. Lechner fehlte auch nicht bei der 100-Jahrfeier. Da habe er 2019 vom Anfang bis zum Schluss geholfen. Nicht anders bei der Feuerwehr, wo er seit 1978 aktives Mitglied war.

Altbürgermeister Eichler ist auch Vorsitzender des Veteranen- und Kriegervereins. Auch da hat Emmeran Lechner Spuren hinterlassen. Nachdem er schon mehrfach als Fahnenbegleiter tätig war, wurde er in der 1999 einstimmig zum ersten Fähnrich gewählt. Dieses Amt füllte er bis zuletzt mit Begeisterung aus. Johann Eichler: „Er schaute auf seine beiden Fahnen, passte immer sorgfältig darauf auf, dass alles in Ordnung ist.“ Dabei wurde Buch über seine Tätigkeit geführt: 51 Mal stand er für den Verein an einem offenen Grab und gab mit der Fahne den letzten Gruß. Insgesamt 163 Mal marschierte er dem Verein voran. Die 100-Jahrfeier des Vereins durfte 2006 im Stadl des Gödlbauern abgehalten werden. Auch da half Emmeran Lechner, wo er nur konnte. Egal, wer zu Lechner befragt wird: Es spricht viel Hochachtung aus den Gesprächen. „Er geht uns allen ab“, resümiert Max Demmel. „An Emmä hat einfach jeder mögen, weil er ein absolut geradliniger und aufrechter Mensch war und ein guter Gesellschafter.“  wjr

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