Im Essbereich der Halle nehmen die Besucher Platz und verfolgen die Ansprachen von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer und stellvertretendem Landrat Ernst Weidenbusch.

Besichtigung der Traglufthalle in Unterföhring 

1000 Besucher besichtigen die Traglufthalle

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Unterföhring - Zur Besichtigung der neuen Traglufthalle in Unterföhring sind gut 1000 Menschen in die Mitterfeldallee geströmt. Dort sollen ab dem neuen Jahr bis zu 300 Flüchtlinge vorübergehend unterkommen. Die Halle wird als einzige in Deutschland durch Geothermie beheizt.

Rund 1000 Menschen passierten am Montagabend stoßweise die Schleusen der Traglufthalle, darunter viele Familien mit Kindern. „Eine überwältigende Resonanz“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Zur Vorbesichtigung hatte das Landratsamt eingeladen, vertreten durch die stellvertretenden Landräte Ernst Weidenbusch und Otto Bußjäger.  Kemmelmeyer appellierte an die Besucher, unter denen sich viele Mitglieder des Gemeinderats und des Asyl-Helferkreises befanden, den Menschen, die vor Bürgerkrieg, Folter oder Verfolgung geflohen seien, eine sichere Zuflucht und Zukunft in Unterföhring zu bieten. Bezogen wird die Notunterkunft voraussichtlich in der Woche ab dem 4. Januar. Welcher Nationalitäten die Bewohner sein werden, welche Sprachen sie sprechen, all das ist noch nicht bekannt. 

Erste Notunterkunft, die mit Erdwärme beheizt wird

Dass die Traglufthalle mit Erdwärme beheizt wird, sei „deutschlandweit einmalig“, betonte Ernst Weidenbusch (CSU). Die Gemeinde habe unter Hochdruck ein nachhaltiges Energiekonzept umgesetzt und dazu sogar auf eigene Kosten die nötigen Anschlüsse geschaffen. Zur Standardausrüstung der Berliner Herstellerfirma Paranet gehört eigentlich eine Gasheizung. In aller Eile wurde von der kommunalen Geovol ein Anschluss an die Geothermieleitung verlegt und eine Übergabestation an der Traglufthalle montiert. Vor der Halle hat die Gemeinde einen Bolzplatz angelegt, der zum Spiel und zur Begegnung mit der Unterföhringer Bevölkerung einlädt.

Mitarbeiter der AWO betreuen die Ankommenden

Für die Betreuung der Flüchtlinge ist der AWO-Kreisverband zuständig, der auch die Traglufthalle in Unterhaching betreut. „Es handelt sich hier voraussichtlich um Einzelbelegungen“, informiert AWO-Pressesprecherin Angelika Martin. Von Montag bis Freitag wird tagsüber immer mindestens einer der drei Mitarbeiter vor Ort sein. Neben Teamleiterin Yvonne Maydarak werden Moritz Geisel und eine dritte Vollzeitkraft das Zusammenleben in der Halle so angenehm wie möglich gestalten: „Es ist eine adäquate Unterbringung, aber doch eine Notunterkunft“, sagt Martin. Um Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten in der Halle zu gewährleisten, sei es wichtig, dass möglichst viele Aktivitäten, wie etwa Deutschunterricht, außerhalb der Halle stattfinden werden. Hier sei die Zusammenarbeit mit Vereinen und Helferkreis wichtig. Das AWO-Team werde auch eng mit der Security zusammenarbeiten, die rund um die Uhr für Sicherheit und Ordnung sorgt, erläutert Martin.

Kinder überreichen spontan eine Spende

Ihre Hilfe haben unterdessen kleine und große Nachbarn angeboten. Laut Kemmelmeyer signalisierten die Mitarbeiter der nahe gelegenen Unternehmen Allianz, Sky und ProSiebenSat1 ihre Unterstützung. Er bedankte sich herzlich für die Welle der Hilfsbereitschaft, die schon jetzt in Unterföhring zu spüren sei. Im Helferkreis haben sich mehr als 200 Freiwillige organisiert, die die Ankommenden bei der Integration unterstützen wollen. 

Und beim Besichtigungstermin kamen drei Kinder mit einem besonderen Anliegen zum Bürgermeister, zwei Mädchen und ein Junge: „Sie hatten Armbänder verkauft und Geld eingenommen.“ In einem Kuvert überreichten sie Kemmelmeyer 68 Euro. „Die haben sie für die Flüchtlinge gespendet. Da geht einem das Herz auf.“ – Für Kemmelmeyer sind das Willkommenszeichen für die Menschen, die Schutz und Perspektiven brauchen. „Da kann man sich die Weihnachtsgeschichte von Flucht und Zuflucht zu Gemüte führen, sie ist aktueller den je.“


Charlotte Borst

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