Erfolg geht vor Gerechtigkeit

- Kneipenfest bleibt im Zentrum

Garching - Das Garchinger Kneipenfest bleibt auf die Gaststätten rund um den Rathaus- und Bürgerplatz beschränkt. Den Wunsch einiger Wirte, die Veranstaltung über den Bereich der Fußgängerzone hinweg auszuweiten, lehnten die Mitglieder des Ausschusses für Schul-, Kultur-, Jugend- und Sportangelegenheiten in der jüngsten Sitzung einstimmig ab. Sie folgten damit dem Vorschlag der Verwaltung, der bei einer Ausweitung Konzept und Erfolg des Festes in Gefahr sieht.

Der Erfolg der Veranstaltung, die zum zehnten Jubiläum der Stadterhebung im Jahr 2000 erstmals stattgefunden hat, ist Gastwirten aus Dirnismaning und Hochbrück offensichtlich nicht verborgen geblieben. Auch sie wollen an diesem Erfolg teilhaben und haben sich deshalb mit einer Unterschriftenliste an die Stadtverwaltung gewandt, mit dem Vorschlag, das Festival auch auf die anderen Ortsteile auszuweiten.

Die Ausschussmitglieder folgten der Meinung von Kulturreferent Wolfgang Windisch, der keinen Sinn darin sieht, das Kneipenfest "geographisch zu zerfleddern, da geht der Charme flöten". Das Konzept bestehe gerade darin, dass die Besucher nur kurze Wege bis zur nächsten Veranstaltungsstätte zurück legen müssen. Beim Kneipenfest spielt in jeder teilnehmenden Gaststätte eine Band. "Sehr viele Leute hören sich nur drei oder vier Lieder an und gehen dann in die nächste Kneipe", erklärte Windisch. Sollten sie bis zur nächsten Station weit laufen, oder gar mit dem Bus fahren müssen, sei der Erfolg gefährdet.

Bedenken äußerte Walter Kratzl von den "Unabhängigen Garchingern", was die Finanzierung der Musikgruppen betrifft. Deren Gagen trägt die Stadt seit dem zweiten Kneipenfest zu 50 Prozent. Beim ersten Fest hatte die Stadt die Gagen in voller Höhe bezahlt. Nur den Teil der Gastwirte zu bezuschussen, der an dem Festival teilnehmen darf, sei nicht ganz gerecht, meinte Kratzl. "Ich plane das Fest nicht unter Aspekten der Gerechtigkeit", erwiderte Windisch, "der Erfolg steht in Vordergrund". Diesen Erfolg sehe bei einer Ausweitung auch Kratzl in Gefahr.

Als Alternative zur Beibehaltung des "stimmigen Konzeptes, das gut angenommen wird", so Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD), lag den Ausschussmitgliedern ein Beschlussvorschlag vor, der die Organisation und Durchführung des Kneipenfestes komplett der Garchinger Gastronomie übertragen hätte. Das Gremium entschied sich aber für die Variante 1, bei der die Durchführung weiterhin in den Händen der Stadtverwaltung liegt.Daniel Krehl

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