Historische Stoffe waren sein Metier. Nicht nur Schleißheim trauert um Siegfried Obermeier. Foto: Archiv

Erfolgsautor Siegfried Obermeier stirbt an seinem 75. Geburtstag

Oberschleißheim - Siegfried Obermeier ist tot. Der große Oberschleißheimer Romancier verstarb am Freitag, dem Abend seines 75. Geburtstags.

Der als Autor historischer Romane international zur Geltung gekommene Obermeier hinterlässt seine Frau und eine Tochter.

Noch am Morgen des 21. Januar war im Münchner Merkur eine Würdigung der Leistungen Obermeiers erschienen, von Otto Bürger, guter Freund des Schriftstellers und Vorsitzender des Kulturvereins „Freunde von Schleißheim“, dem auch Obermeier angehörte. In der Gemeinde ist der gebürtige Münchner vor allem durch Lesungen bekannt geworden. Veranstaltungen, die Obermeier im Rahmen des Programms der „Freunde von Schleißheim“ entweder allein oder auch mit Otto Bürger durchführte.

Erst Ende 2010 ist sein 37. Buch, diesmal über Agnes Bernauer, erschienen, die als Geliebte und angeblich Gattin des Bayern-Herzogs Albrecht III. 1435 bei Straubing einen frühen und gewaltsamen Tod in der Donau fand. Im Februar soll sein 38. Buch erscheinen. Ein Roman über die Geliebte des großen Staufers, Friedrich II. Obermeier hat nicht selten Damen der Geschichte zu seinen Hauptpersonen gemacht.

Neben Romanen sind von Obermeier Sachbücher erschienen. „Starb Jesus in Kaschmir?“ kletterte 1983 auf die Spiegel-Bestsellerliste. Vor fünf Jahren, zu seinem 70. Geburtstag, gab er das autobiographische Werk „Verlorene Kindheit“ heraus. Den Umfang seines Gesamtwerks umschrieb Otto Bürger wohl am anschaulichsten: Die Übersetzungen in zehn Sprachen nicht mitgerechnet, reihen sich seine Bücher auf 141 Zentimeter aneinander.

Der für sein Romanwerk mit der Littera-Medaille ausgezeichnete Kulturpreisträger Oberschleißheims wurde 1936 geboren. 1978 erschien sein erster Roman „Kreuz und Adler“, woraufhin er sich 1981 für eine Laufbahn als Schriftsteller und Feuilletonmitarbeiter von Kulturzeitschriften entschloss.

Obermeiers Muse ist die Geschichte. Seinen Kater nannte er Titus Gaius Petronius. Geheimnis seines Erfolgs ist die Detailverliebtheit. Zur Recherche bereiste er Afrika, die Karibik und europäische Metropolen. Schlechte Recherche, schlampige Darstellung war ihm ein Graus. „Ich wollte es besser machen“, heißt es auf seiner Homepage. Eine große Hilfe dabei war ihm immer sein Frau. Mit ihr diskutierte er seine Texte, ergänzte, korrigierte. Bücher wurden ein Dutzend Mal gelesen, bevor sie ein Verleger bekam. an

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