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Immer knapp: Betreuungsplätze und Personal in Betreuungseinrichtungen.

Feldkirchner Kinder müssen in den Keller

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Eltern in Feldkirchen beschweren sich mittlerweile monatlich über fehlende Betreuungsplätze für ihre Kinder oder über zurückgezogene Zusagen. Über 100 Väter und Mütter kamen zudem zur jüngsten Gemeinderatssitzung, um ihren Forderungen nach einer langfristigen Planung Nachdruck zu verleihen. Die Gemeindeverwaltung scheint dem Problem fast hilflos gegenüberzustehen. Nun soll es ab September eine „dauerhafte Notgruppe“ im Keller der „Arche Noah“ geben.

Feldkirchen– Vor einem Jahr hatten 16 Kinder keinen Platz in einer kommunalen Einrichtung gefunden. Damals richtete die Gemeinde auf die Schnelle in einem Keller-Lagerraum des Caritas-Horts die Plätze ein. Heuer gab es bereits im Februar Absagen für den Kindergarten „Arche Noah“. Die Eltern fragten selbst bei anderen Kindergärten und erhielten Zusagen, etwa vom Caritas-Kinderhaus St. Jakob. Nun wurden viele davon wieder zurückgenommen. Eine Mutter betonte, dass die Geduld der Eltern ausgereizt sei. Einige befürchteten, dass 50 Kinder keinen Betreuungsplatz in Feldkirchen erhalten.

Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) versuchte, die Eltern zu beruhigen. Die Gemeinde sei intensiv auf der Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten, plane An- und Umbauten. „Zudem haben wir beim Landratsamt erreicht, dass wir im Keller unter der ,Arche Noah’ eine dauerhaften Notgruppe für 33 Kinder einrichten dürfen.“ Dort hatte bislang der „Feldkirchner Billard-Club“ sein Zuhause. Für die Kinder verlegen die 14 Mitglieder ihr Domizil nach 20 Jahren gerne in einen Nebenraum, erklärt „Präsident“ Lorenz Sedlmeir (87). Damit künftig genug Tageslicht in den Kellerraum hereinfällt, wird vor den Kellerfenstern großflächig abgegraben. „Weil der Umbau, der rund 300 000 Euro kostet, nicht bis zum 1. September fertig ist, nutzen wir zunächst für drei Monate den heutigen Turnraum des Kindergartens“, sagte van der Weck.

Rathaus-Geschäftsstellenleiter Heinz-Josef Reiser ergänzte, dass der Bedarf aktuell bei 29 Kindergartenplätzen liege, Krippenplätze gebe es genügend. „Wir können als Gemeinde nichts dafür, wenn, wie jetzt in St. Jakob, Personal kündigt“, sagte Reiser. Die Zahlen von Bedarf und freien Plätzen würden sich täglich ändern, die Gemeinde sei bemüht, jedem Kind einen Platz zu besorgen. „Arche Noah“-Leiterin Doris Kiesl bestätigte, dass sie für die neue Notgruppe zwei Mitarbeiterinnen gefunden habe.

Gemeinderat Herbert Vanvolsem (CSU) konnte über die Situation nur den Kopf schütteln. „Jedes Jahr brauchen wir eine Notlösung. Mit einem Excel-Programm kenne ich in einer Stunde den Bedarf.“ Thomas Zimmermann (UWV) wollte wissen, wie viel Kinder nicht untergebracht werden können wegen fehlendem Personal. „Wenn unsere Träger kein Personal herbringen, dann müssen wir eben die Träger austauschen.“ Fraktionskollegin Dorothea Probst plädierte für das Aus des Buchungssystems „Little Bird“. Die Träger auszutauschen sei völlig absurd, sagte van der Weck. „Wir hatten zudem 2014 ein neues Kinderhaus auf dem Gelände der Inneren Mission auf der Prioritätenliste ganz oben – das wurde von der Mehrheit des Gemeinderats gekippt. Damals habe ich davor gewarnt, jetzt fällt diese Entscheidung den Gegnern des Neubaus auf die Füße!“  bb

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