Wie neu: Jede Wohnung hat ein Bad und eine Küche.

Erste Flüchtlinge ziehen in Fischerhäuser ein

Ismaning - Greulich ist verärgert, weil sich die Regierung von Oberbayern nicht an Absprache hielt

Die Gemeinden im Landkreis München sind bei der Unterbringung von Asylbewerbern Überraschungen gewohnt. Dass die ersten beiden Flüchtlinge in die Unterkunft in Fischerhäuser kurz vor der Informationsveranstaltung der Gemeinde eingezogen sind, verärgerte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) allerdings sehr. Denn es war anders mit der Regierung von Oberbayern abgesprochen: Vor einer Besichtigung der Räume und vor der Anwohnerinformation sollte noch niemand einziehen. Dass sich der Bezirk daran nicht hielt, brachte Greulich in Rage. „Das Landratsamt hat den Einzug nach der Anwohnerinformation so mit der Regierung kommuniziert, und die hat alles über den Haufen geschmissen“, schimpfte er und machte seinem Ärger auch telefonisch Luft: „Der Engländer würde sagen, dass ich not very amused war. Und das ist noch freundlich ausgedrückt.“

Seit vergangenen Sonntag sind die ersten beiden Kriegsflüchtlinge in der Freisinger Straße 77 untergebracht. Weitere 26 Asylbewerber folgten am Donnerstag, einen Tag nach der Informationsveranstaltung. Weitere zehn werden in den nächsten Tagen eintreffen. Sie kommen aus dem Irak, Afghanistan, Nigeria, Pakistan, Somalia, Mali, dem Senegal, Uganda, Kongo, Eritrea und aus Kuba. In den Nachbarhäusern 75, 79 und 81 können in den nächsten Wochen nach Renovierungsabschluss zusätzlich 68 Personen einziehen. In den Häusern gibt es 16 Wohnungen, jede mit Küche und Bad ausgestattet. Zwei Personen teilen sich je ein Zimmer.

Rund 80 Bürger nutzten am Mittwoch die Gelegenheit und besichtigten das renovierte Haus an der Freisinger Straße 77. Die Information der Anwohner verlief kurz und ruhig. Auch der Helferkreis wusste viel Positives zu berichten über die 30 Asylbewerber, die von den Ehrenamtlichen bereits betreut werden. Viele der jungen Männer aus Eritrea seien um Integration bemüht.

Greulich kündigte an, dass die Gemeinde einen weiteren Standort in Ismaning für etwa 100 Personen plant. Mit Fischerhäuser sowie diversen dezentralen Unterbringungen in Wohnungen wären dann 250 Menschen in der Gemeinde untergebracht. Der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger bezeichnete die Unterbringung als „einen kommunalen Kraftakt, den wir nur gemeinsam schaffen können“. Der Landkreis und die Kommunen müssten ihre Aufgaben meistern, weil sonst die Regierung von oben herab „die Probleme für uns löst“. " Seite 33 nb

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