Die Erste Liga ist für den TSV Neubiberg greifbar nah

- VON UMBERTO SAVIGNANO Neubiberg - Vor einem knappen Vierteljahrhundert erntete Trevor Stewart für seine Vision vermutlich Kopfschütteln, allenfalls ein mildes Lächeln. "Als ich damals die Felder an der Zwerger-Straße aufgeklebt habe, habe ich gesagt, eines Tages spielen wir in der Ersten Liga", erinnert er sich an die Anfänge der von ihm 1982 gegründeten Badminton-Abteilung des TSV Neubiberg. Die alte Prophezeiung könnte jetzt Wirklichkeit werden, denn in der Zweiten Bundesliga Süd sind die Neubiberger nach den jüngsten Erfolgen (siehe nebenstehenden Bericht) nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Um ins Oberhaus aufzusteigen, muss der TSV in Hin- und Rückspiel am 25. und 26. März nur noch den Nord-Meister, der wohl BV Gifhorn heißen wird, aus dem Weg räumen. "Das wäre für mich wie ein Traum", fiebert Stewart den entscheidenden Duellen entgegen.<BR>

So zuversichtlich sich der mittlerweile als Sportlicher Leiter im Hintergrund wirkende Gründervater des TSV-Badminton vor 23 Jahren gezeigt hatte, so überrascht war er von dem Höhenflug im vierten Zweitligajahr des Vereins. "Wir haben das eigentlich nicht erwartet, aber es ist einfach von Anfang an sehr gut gelaufen", sagt er, beruft sich dabei auf das nötige Glück, nennt für die beeindruckende Bilanz von elf Siegen bei nur einem Unentschieden aber auch einige handfeste Faktoren, mit denen man zu Beginn der Spielzeit noch nicht unbedingt rechnen konnte. Zum einen habe sich der Finne Antti Viitikko als hervorragender Ersatz für seinen Landsmann Ville Lang, den einzigen personellen Verlust gegenüber letzter Saison, erwiesen. "Viitikko ist der bessere Doppelspieler, er passt außerdem sehr gut in die Mannschaft, reißt die anderen mit", so Stewart, der auch den zweiten Neuzugang, die Weißrussin Maria Kizil, als Verstärkung verbuchen kann.<P>Der Erfolg sei aber beileibe nicht nur den Neuen zu verdanken. "Die Mannschaft hat sich gesteigert, unsere jungen Leute wie Julia und Michael Hauber, Felix Künzer und Sebastian Strödke sind über die Jahre herangereift." Vor allem Strödke sei als Mannschaftsführer ganz wichtig, "das Herz des Teams", wie Stewart lobt.<P>Geholfen hat beim Durchmarsch in Richtung Aufstiegsrunde sicher auch das häufige Mitwirken von Arvind Bhat. Der Inder war in dieser Saison schon sechs Mal dabei, in der vergangenen hingegen insgesamt nur vier Mal. Leider wird Stewart im Aufstiegsduell auf seine Nummer eins verzichten müssen. Wegen der Commonwealth-Spiele wird Bhat die nach den Regeln für eine Einsatzberechtigung erforderlichen acht Punktspieleinsätze nicht mehr erreichen. "Schade, denn mit ihm an Nummer eins, Viitikko und Strödke an zwei und drei wären wir fast unschlagbar gewesen", sagt Stewart, der die Chancen trotzdem immerhin auf 50:50 beziffert.<P>Keinen Zweifel lässt Stewart daran, dass er unbedingt mit dem TSV aufsteigen will - trotz begrenzter finanzieller Mittel, die sicher noch einige Gespräche mit dem Hauptverein erforderlich machen. Doch der Traum darf so kurz vor dem Ziel einfach nicht mehr platzen. Und schließlich steht da ja noch eine andere Vision aus dem Jahr 1982 im Raum. "Ich habe auch gesagt, wir werden einmal Deutscher Meister", verrät Stewart. "Und ich glaube immer noch dran." Sollte der Aufstieg tatsächlich gelingen, würde er sein Ziel zunächst aber noch lange nicht so hoch stecken: "Der Klassenerhalt wäre schon toll, denn die meisten Bundesliga-Vereine haben viel mehr Geld."<P>

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