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42 000 Euro weniger für die Jugendzentren

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- Kreis friert Mittel ein - Stadt kann Lücke nicht vollständig abdecken und übt Kritik

Garching (an) - In einer heftigen Reaktion hat sich der Garchinger Stadtrat gegen die Sparmaßnahmen des Landkreises auf dem Sektor der Jugendhilfe gewandt. Sie sei entsetzt, was sich der Landkreis München erlaubt habe, sagte Ingrid Wundrak (Grüne). Der Beschluss des Kreistags, die Mittel um die Hälfte einzufrieren, führt auch in Garching zu spürbaren Folgen. Die Freizeitstätten in Garching und Hochbrück müssen ihr Angebot drastisch zurückfahren.

Landkreis und Stadt haben sich die Aufwendungen für die beiden vom Kreisjugendring (KJR) geführten Jugendzentren bislang geteilt: 212 000 Euro für Personal- und Sachkosten pro Jahr. Mit dem Sparbeschluss des Kreistags klafft eine Deckungslücke von 25 Prozent, welche die Stadt Garching aus eigener Kraft nicht vollständig zu schließen vermag. Dem Vorschlag der Verwaltung, die Mittel um 35 000 Euro zu erhöhen, stimmte der Stadtrat widerspruchslos zu. Im kommenden Jahr stehen dem Kreisjugendring für beide Einrichtungen 170 000 Euro zur Verfügung - 42 000 Euro weniger als bisher, was sich vor allem aufs Angebot auswirken dürfte.

Wie jetzt schon feststeht, sinkt die Zahl der Veranstaltungen und sonstiger Aktivitäten. Zudem wirken sich die Einsparungen auf die Öffnungszeiten aus. Besonders schmerzlich empfindet dies der KJR im Fall des Freizeitheims Hochbrück. "Die zum Teil nicht unproblematische Klientel" in diesem Stadtteil bedürfe einer intensiveren pädagogischen Zuwendung als anderswo.

Soziale Brennpunkte trifft es hart

Erneut wird hier offenbar, wie der Landkreis mit Hilfe des "Rasenmäher-Prinzips" seine Deckungslücke von 10,8 Millionen Euro zu schließen versucht: Geschlossenen Auges jeder Haushaltsstelle denselben Betrag kürzen - die Grüne Wundrak sprach von einer "Unverschämtheit". Hochbrück sei als sozialer Brennpunkt anders zu behandeln als etwa die Gemeinden Ismaning oder Grünwald. Deren Bürgermeister hätten in einer "Scheinheiligkeit ohne Gleichen" die Kürzungen im Kreistag vertreten, indem sie ihrem persönlichen Bedauern Ausdruck gegeben hätten, während sie die Einsparungen als notwendig bezeichneten. "Die Herren haben keine Ahnung, wie es im Landkreis wirklich aussieht", sagte Wundrak.

Trotz der gegenwärtigen finanziellen Misere sprach sich der Stadtrat geschlossen für das zusätzliche Engagement aus. "Es kann nicht in unserem Interesse sein, die Häuser zu schließen", sagte Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD). Joachim Krause (SPD) warnte davor, "am falschen Ende zu sparen".

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