Bericht aus Brüssel: Aufmerksame Zuhörer bei der Festrede der Europaabgeordneten Angelika Niebler (l.). Foto: Förtsch

Europas Rolle noch nicht richtig definiert

Ismaning - Die CSU Ismaning stellte beim Neujahrsempfang die überschaubare Heimatgemeinde und das Konstrukt Europa auf eine Ebene.

Während Ortsvorsitzende Barbara Brehmenkamp sich in Ismaning den Dialog aller Parteien wünscht, erklärte die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler die Faszination des Ringens um Entscheidungen auf Europaebene.

Für Brehmenkamp war es der erste Neujahrsempfang als Ortschefin, gleichberechtigt mit dem weiteren Ortsvorsitzenden Tobias Soller. Sie betonte, diese Tradition gerne zu übernehmen und hatte auch bewusst Gäste außerhalb der Ismaninger CSU eingeladen, um beim Empfang im Kallmann-Museum ins Gespräch zu kommen. Sie forderte alle Gäste zum Dialog auf: „Es ist immer leichter, Kritik zu üben und sich über bestehende Probleme aufzuregen. Doch nur wer aktiv mitmacht und sich einbringt, kann etwas verändern.“

Genau dieser Dialog liegt auch Landrätin Johanna Rumschöttel am Herzen. Sie betonte, auch als SPD-Politikerin gerne den Einladungen der CSU-Ortsverbände zu Neujahrsempfängen zu folgen. Rumschöttel erneuerte noch einmal ihre Hoffnung für ein künftiges Gymnasium in Ismaning oder Unterföhring: „Ich bin überzeugt, dass wir früher oder später diesen neuen Schulstandort rechts der Isar bekommen werden.“ Schließlich betone auch CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer immer wieder, wie wichtig ihm die Bildung sei.

Hauptpunkt des Abends war der Vortrag der Europaabgeordneten. „Lieber streite ich mich mit meinen Kollegen im Parlament, als es so zu haben wie in den 600 Jahren davor, mit kriegerischen Auseinandersetzungen“, sagte sie. Die Europäische Union habe für den Frieden schon viel getan, die Menschen aber noch nicht erreicht. Das hätten ihr Gespräche und sinkende Europa-Wahlbeteiligungen gezeigt. Niebler betonte auch, dass die EU neben den Bemühungen um die Akzeptanz bei den Menschen noch zentrale Fragen offen habe. „Wir wissen noch nicht, was für ein Europa wir genau wollen“, sagte Niebler. Auch die Rolle für den Weltfrieden sei noch nicht definiert. Von solchen Festlegungen hänge ab, ob sich das vereinte Europa etwa im Jemen einmischen solle, der wie Afghanistan als Rückzugs- und Ausbildungsland für die Terrororganisation El Kaida gilt. Nico Bauer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
„Das Unbegreifliche begreiflich machen“ - Mitschüler, Freunde und Einsatzkräfte unter Schock
„Das Unbegreifliche begreiflich machen“ - Mitschüler, Freunde und Einsatzkräfte unter Schock
Oberhachinger Unternehmerin mit peinlichem TV-Auftritt: Höhle-der-Löwen-Investoren entlarven Fake-Po-Foto
Oberhachinger Unternehmerin mit peinlichem TV-Auftritt: Höhle-der-Löwen-Investoren entlarven Fake-Po-Foto

Kommentare