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Trauer um den Grünwalder Extrem-Bergsteiger Sebastian Haag. Er starb bei einem Rekord-Versuch am Himalaya.

Am Shisha Pangma gestorben

Tod von Basti Haag: Schon sein Bruder verunglückte 

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Grünwald - Der Grünwalder Extrem-Bergsteiger Basti Haag (36) ist bei einem Rekordversuch im Himalaya in einer Lawine gestorben. Besonders tragisch: 2006 ist schon sein großer Bruder verunglückt.

Oft brauchten sie keine Worte, um sich zu verstehen. Ein Blick in die Augen des anderen genügte: Wenn da dieses Funkeln war... „Speed up“ lautete das Motto von Beni Böhm (37) aus München und Basti Haag (36) aus Grünwald. Schnell rauf auf die Berge, schnell wieder runter, meist mit Skiern. Damit prägten die beiden einen neuen Stil des Bergsteigens, in den Alpen genauso wie im Himalaya.

Dort, in den eisigen Gletscherabbrüchen des Shisha Pangma, liegen nun Basti Haag und der Italiener Andrea Zambaldi(32) unter den Schneemassen einer riesigen Lawine begraben. Vielleicht sogar für immer, denn eine Bergung der Leichen ist wegen der permanenten Eisschlag- und Lawinengefahr in diesem kaum zugänglichen Gebiet, das obendrein in einer militärischen Flugverbotszone liegt, äußerst kompliziert.

Mittwoch, 24. September – es sollte der Gipfeltag werden. In zwei Gruppen hatten sich die insgesamt fünf Bergsteiger mit der quälend anstrengenden Spurarbeit abgewechselt und sich bis auf 100 Höhenmeter unterhalb des „Platz der Heiligen“, so die Übersetzung von Shisha Pangma, hinausgekämpft. Plötzlich, um 6.55 Uhr Ortszeit, löste sich eine Lawine und erfasste die Gruppe. Während Beni Böhm und Ueli Steck am Rand des Lawinenkegels blieben und nicht verschüttet wurden, rissen die Schneemassen die drei anderen Bergsteiger in die Tiefe.

Bruder war 800 Meter tief in den Tod gestürzt

Wie durch ein Wunder konnte sich Martin Maier selbst aus der Lawine befreien und in Hochlager 3 absteigen – sein Gesundheitszustand gilt als gut. Basti Haag und Andrea Zambaldi hingegen stürzten 600 Meter über steile Gletscherflächen in die Tiefe.

„Andrea Zambaldi stand 2011 schon mal auf den Gipfel. Basti Haag hat sein Leben dem Ausdauersport gewidmet, um immer wieder die eigenen Grenzen zu verschieben und das Unmögliche möglich zu machen“, sagt Dynafit-Sprecher Reiner Gerstner. „Dass das Leben der beiden so tragisch endete, ist schon ein Stück weit Schicksal.“

Im Fall von Basti Haag ein ganz besonders trauriges. 2006 ist sein großer Bruder Tobias verunglückt: Bei Chamonix stürzte der mit einer gewaltigen Wechte vom Gipfel der Aiguille d’Argentière 800 Meter tief in den Tod.

Martin Becker

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