Extremskiabfahrt soll krönender Abschluss bei Expedition am Broad Peak werden

Höhenkirchen - Es soll ihr fünfter Achttausender werden: Alix von Melle und Luis Stitzinger aus Höhenkirchen befinden sich auf Expedition am Broad Peak in Pakistan, dem mit 8051 Metern zwölfthöchsten Gipfel der Welt.

Vor drei Wochen ist das neunköpfige, deutsch-österreichische Team vom Münchner Flughafen aus aufgebrochen nach Pakistan, hat nach mehrtägigem Marsch das Basislager in 4828 Metern Höhe erreicht. „Der Anmarsch über den mehr als hundert Kilometer langen Eis-Strom des Baltoro-Gletschers, auch als Karakorum-Mega-Treck bekannt, ist an sich schon eine Reise wert“, sagt Stitzinger, der die Expedition wieder für den DAV Summit Club leitet. Ziel der Expedition ist es, auf der derzeitigen Normalroute über den Westgrat und die Westflanke auf den Hauptgipfel zu gelangen. Stitzinger hat sich zudem, wie an anderen Achttausendern auch schon als krönenden Abschluss eine Skiabfahrt vorgenommen: Der 43-Jährige will am Broad Peak eine Extremabfahrt mit langen Steilhängen und Neigungen von über 55 Grad wagen.

Zunächst aber gilt es, mit den Teilnehmern der über den DAV Summit Club gebuchten Expedition die „Normaltour“ auf den Broad Peak zu meistern. „Vom Basislager überquert man ein Stück weit den mächtigen Godwin-Austen-Gletscher und steigt dann in die Westflanke des Berges ein“, erläutert der Expeditionsleiter. Bis zum ersten Hochlager (6050 m) müsse mit Steilheiten von meist 40 bis 45 Grad gerechnet werden, so Stitzinger. Felstürme zieren den Schneegrat, der hinaufführt zum zweiten Hochlager (6900 m) „Auch auf dieser Strecke muss einiges an Fixseil verlegt werden, um absturzgefährdete Passagen zu sichern“, erklärt der Bergführer. Zum dritten Hochlager (7300 m) legt sich das Gelände nach einem Felsriegel immer weiter zurück, und die letzten 400 Höhenmeter führen über einen breiten Gletscherrücken bis zum Lagerplatz. Auf der Gipfeletappe wartet zunächst eine große Gletschersenke über weitläufige Hänge. Oberhalb der Einsattelung (7850 m) zwischen Haupt- und Zentralgipfel führt eine breite Schneerinne hinauf, die im Verlauf immer steiler wird. Dann folgt die Route dem teils ausgesetzten und felsigen Grat (bis Schwierigkeitsgrad III nach UIAA) zum Vorgipfel (8035 m). „Von dort ist es noch eine gute Stunde Gehzeit ohne großen Höhengewinn oder Schwierigkeiten bis zum Hauptgipfel“, sagt Stitzinger.

Inklusive Anmarsch, Akklimatisation und Aufbau der Lagerkette sind 30 Tage für die Gipfelbesteigung kalkuliert. Voraussichtlich Mitte August kehrt das Expeditionsteam nach Deutschland zurück. mbe

Expeditionstagebuch

Unter www.goclimbamountain.de kann der Expeditionsverlauf im Internet mitverfolgt werden.

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