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Fakten gegen Vorurteile

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Oberhaching - Landrat Göbel informiert über Flüchtlingspolitik

Oberhaching - Unaufgeregt, informativ und sachlich hat sich der Infoabend zur geplanten Errichtung einer Traglufthalle für Asylbewerber im Oberhachinger Gewerbegebiet gestaltet. 120 Bürger ließen sich im Bürgersaal von Landrat Christoph Göbel und Bürgermeister Stefan Schelle (beide CSU) auf den aktuellen Stand bringen.

Im Vorfeld hatte es heftigen Widerstand von Bürgern aus der Further Bahnhofsiedlung gegeben. In einer Unterschriftensammlung war von „Überfremdung“ und „schadenstiftenden Gewohnheiten der Flüchtlinge“ die Rede. Während des Informationsabends war davon nichts zu spüren.

Ursprünglich hatten vier gemeindeeigene Grundstücke zur Debatte gestanden: das Grundstück in Furth, ein Areal beim S-Bahnhof Deistenhofen gegenüber der Kirche von St. Bartholomäus und zwei nebeneinander liegende Plätze im Gewerbegebiet am Bajuwarenring. Wie Göbel berichtete, hat sich der nordöstliche Standort dort als günstig herausgestellt, da die Erschließung bereits besteht und auch der Weg zur S-Bahn unkompliziert ist. Wie der Landrat betonte, stellt die Halle keine Dauerlösung dar. „Aber sie ist als Unterkunft besser als Turnhallen, die wir beim derzeitigen Flüchtlingsstrom sonst belegen müssten“, sagte er.

Zur Frage, ob bei der Verteilung auf die unterschiedliche Herkunft der Flüchtlinge geachtet wird, um bereits im Vorfeld eine friedliche Situation zu erzeugen, meinte Göbel, dass die Regierung versucht, dies zu berücksichtigen. Manchmal scheitere es aber an der großen Zahl der Asylbewerber. Göbel berichtete weiter, dass ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr vor Ort sein wird und eng mit der Polizei zusammengearbeitet würde. „Die Sicherheitsleute sind auch Ansprechpartner für die täglichen Sorgen der Menschen ebenso wie Sozialpädagogen und ehrenamtliche Helfer.“

Göbel erläuterte, dass der Landkreis auf Integration setze, um die Flüchtlinge möglichst zügig ins gesellschaftliche Leben einzubinden. Hier ist nach seinen Worten die deutsche Sprache ein wichtiger Schlüssel. Kurse werden angeboten. 15 bis 20 Prozent der Asylbewerber haben einen Hochschulabschluss, gleichzeitig sind rund ein Drittel Analphabeten. „Wir müssen also sehr flexibel auf die unterschiedlichen Voraussetzungen eingehen.“ Der Geschäftsführer eines Unternehmens im Gewerbegebiets bot seine Seminarräume für Deutschkurse an.

Die Traglufthalle soll noch im August aufgestellt werden. Landrat Göbel wies darauf hin, dass es am nächsten Sonntag beim „Tag der offenen Tür“ in der Halle in Taufkirchen möglich sei, die Einrichtung zu besichtigen.

Birgit Davies

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