Zu viel des Guten haben Mitglieder des TVS Ottobrunn getan, indem sie für den neuen Kunstrasenplatz die Hecke abschnitten. Foto: robert brouczek

Falsche Hecke umgeholzt

Ottobrunn - Als jetzt Mitglieder des TSV Ottobrunn bei Rodungsarbeiten für den neuen Kunstrasenplatz mitanpacken wollten, kappten sie eine Hecke, die hätte stehen bleiben sollen.

Mittlerweile hat sich die Wut bei Franz-Josef Eger gelegt, jetzt schmunzelt er beinahe schon. „Die Sache ist einfach dumm gelaufen“, sagt der Landschaftsarchitekt, der für die Projekt-Planung beauftragt ist.

Am heutigen Montag beginnen die Bauarbeiten für den neuen Kunstrasenplatz des TSV Ottobrunn, der südlich des Eisstadions am Karl- Mager-Weg gebaut wird und bis Ende Oktober fertig gestellt sein soll. Im Vorfeld hatte der Sportverein angeboten, bei den für den Bau notwendigen Baumrodungen zu helfen. Wie Bürgermeister Thomas Loderer nun berichtete, versuchte die Ottobrunner Bautechnik mehrere Male den Verein zu erreichen, um mit ihm einen Termin für die Fällarbeiten auszumachen – vergeblich. „Für den Bauhof war die Sache damit erledigt, er wollte zu Wochenbeginn eben alleine mit den Rodungsarbeiten beginnen“, so Loderer. Landschaftsarchitekt Eger hatte extra den Rodungsbereich – ein kleines Wäldchen zwischen Parkplatz und dem zukünftigen Kunstrasen – mit rot-weißen „Flatterbändern“ abgesteckt. Alles innerhalb der Absteckung sollte stehen bleiben, der Rest stand zur Abholzung frei.

Obwohl der Bauhof den TSV nicht erreicht hatte, standen vergangenes Wochenende Mitglieder des Sportvereins am Karl-Mager-Weg und wollten mit der Rodung beginnen. „Doch keiner wusste, wo und was“, sagt Gemeinderatsmitglied Bernd Spötzl, selbst Mitglied beim TSV und zum Arbeitseinsatz erschienen. Nach Telefonaten mit der Verwaltung wusste auch er: Alles innerhalb der Bänder bleibt stehen, alles außerhalb kommt weg.

Nun befanden sich die fleißigen TSV-Helfer aber ungefähr 100 Meter vom rot-weiß eingezäunten Wäldchen entfernt. „In meinen schlimmsten Träumen hätte ich nicht gedacht, dass die auf die Idee kommen würden, den Feldgehölzstreifen zu fällen. Der ist doch vom eigentlichen Rodungsgebiet viel zu weit weg“, sagt Landschaftsarchitekt Eger. Zudem in einer Gemeinderatssitzung beschlossen worden war, dass die Hecke – die aus heimischen Hölzern wie Haselnuss, Sand- und Weißdorn sowie mehreren Obstbäumen bestand – unbedingt erhalten bleiben sollte.

In einer Länge von 70 Metern und einer Breite von ungefähr fünf Metern fällten die TSV-ler die Hecke. Ein Spaziergänger schließlich, der aus der Presse von dem Bestreben, die Hecke zu erhalten, wusste, entdeckte den Fehler und verständigte die Verwaltung. Wie Franz-Josef Eger berichtet, sind die TSV-Mitglieder genauso schockiert ob der Falschrodung wie die Verwaltung und der Projekt-Planer. Eger kann aber beruhigen: „Der Schaden hält sich in Grenzen. Von den Hecken sind die Wurzelstöcke erhalten geblieben.“

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