Die fast alltägliche Sonnenfinsternis

- Kunst am Bau im Kindergarten: Naturschauspiel inspiriert die Aichner-Brüder

Haar (erl) - "Eine Sonnenfinsternis gibt es äußerst selten, doch hier in Haar passiert sie eigentlich täglich - nämlich immer wenn die Sonne scheint." Gebannt und mucksmäuschenstill hängen die Kinder des Gemeindekindergartens "Sonnenblume" an den Lippen von Wolfgang Aichner, der anlässlich der offiziellen Einweihung sein Kunstwerk erklärt, das er zusammen mit seinem Bruder Martin vor der Toren des Eglfinger Kindergartens gestaltet hat.

Auf den ersten Blick wirkt das Objekt wie eine beliebige Anordnung von verschiedenen Flächen, Materialien und Motiven: Eine große, gelb-orange schattierte Glasscheibe steht neben dem Eingang des Kindergartens, einige Meter entfernt prangt auf der Betonwand eine symbolische Erde im Meridianraster, davor ist eine metallene Scheibe montiert. Doch mit dem ersten Sonnenstrahl wird das Kunstwerk "in Betrieb" genommen: Die echte Sonne malt durch die symbolische Sonne - die gelb-orange schattierte Scheibe - eine warme Farbe auf die Beton-Erde. Der Scheiben-Mond wirft dabei einen wandernden Schatten auf die Erde - und hin und wieder gibt es dann eine Sonnenfinsternis.

"Wir haben uns lange überlegt, welches Kunstwerk sowohl zu einem Kindergarten, als auch zu einem öffentlichen Straßenraum passen könnte", sagt Aichner. Da erinnerten sich die Brüder an die Sonnenfinsternis im Jahre 1999, die sie gemeinsam beobachtet hatten: "Wir haben damals wie mit staunenden Kinderaugen dieses phänomenale Naturspektakel verfolgt."

So lag es nah, diese Faszination für Jung und Alt als Thema zu wählen. Nachträglich wurde die Kunst am Bau jetzt noch erweitert: Eine blaue Wand grenzt den Kindergarteneingang nun optisch von den benachbarten Privatgärten ab. Doch natürlich hat auch diese Fläche ihre Raffinesse: Auf ein Drahtgitter wurde blaue Malfarbe gepinselt, wobei immer wieder Bläschen entstanden, die letztlich kleine Löcher in der Wand zurückließen. "Das ist jetzt unser Sternenhimmel, den wir nachts von hinten mit einem Scheinwerfer beleuchten", erklärt Aichner.

Bürgermeister Helmut Dworzak unterstrich noch einmal, dass dieser Platz nicht "nur" eine Sonnenfinsternis garantiere, sondern das ständig wechselnde Lichtspiel einen ganz besonderen Reiz habe.

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