Mesale Tolu kommt aus türkischem Gefängnis frei - doch es gibt einen Haken

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Die Pumpe musste im April in Laufzorn ausgewechselt werden.  

Geothermie

Fehler könnte Grünwald Millionen kosten

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Grünwald - Gegen die Erdwärme Grünwald (EWG) ist ein Verfahren vor dem Landgericht München I anhängig wegen einer Zahlungsforderung in Höhe von über drei Millionen Euro, wie aus sicherer Quelle zu fahren war.

Wie die Pressestelle des Landgerichts München I bestätigt, hat das Bayernwerk im August eine Klage gegen die Erdwärme Grünwald wegen einer Forderung eingereicht. Die zuständige Richterin hatte zwischenzeitlich ein Vorverfahren eingeleitet. Ein Termin für das Hauptverfahren könnte noch im Dezember bekannt gegeben werden. Wie die Details genau aussehen, dazu kann Uwe Habereder vom Landgericht I nichts sagen.

Mehr verrät Bayernwerk-Sprecher Maximilian Zängl auf Nachfrage. Es geht um die Stromproduktion. Die betroffene Laufzorner ORC-Anlage ging nach dem 1. August 2014 ans Netz und speiste Strom ein. Dafür bekam die Erdwärme Grünwald eine finanzielle Vergütung. Allerdings hätte die Anlage ordentlich im Register der Bundesnetzagentur verzeichnet sein müssen. War sie laut Bayernwerk aber nicht, und das hat nun gravierende Folgen: Der Stromkonzern wurde auf den Fehler aufmerksam und forderte die bislang gezahlte Summe zurück. Mittlerweile sei der Fehler behoben. Seit Mitte Januar 2016 steht demnach die Erdwärme im Register, wie das Bayernwerk bestätigt.

Offenkundig ist, die Jahresrechnung 2015 bei der Grünwalder Erdwärme hat nicht nur einen kleinen Schönheitsfehler, sondern weist einen schweren Makel auf. Knapp acht Millionen Euro Fehlbetrag im Ergebnis stechen ins Auge. Das sind immerhin 4,5 Millionen Euro mehr als das Defizit vom Vorjahr. Worauf dieses rote Zahl zurückzuführen ist, will EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle mit keinem Wort kommentieren und beruft sich dabei auf die Geheimhaltungspflicht. Die Gründe hierfür wurden und werden im Gemeinderat nicht öffentlich behandelt. Genauso wortkarg fällt die Antwort Lederles aus, wenn es um die Entlastung der Geschäftsführer geht. Auch hier gebe es eine Geheimhaltungspflicht. Lederle besteht dabei ganz ausdrücklich auf der Formulierung, dass er selbst und Kollege Stefan Rothörl „vorerst“ nicht entlastet wurden, eine solche also durchaus noch möglich sei.

Jedenfalls überschattete die Angelegenheit die Gemeinderatssitzung, in der jetzt der Wirtschaftsplan der EWG und ihres Unterhachinger Wärmeverbundpartners von 2016 bis 2020 auf der Tagesordnung stand. Dieser wurde jetzt gegen das Votum von PBG, FDP, SPD und der Grünen mit 13:9 Stimmen genehmigt.

Es gab vier Protokollerklärungen. Oliver Schmidt (PBG) hielt die Investition zwar grundsätzlich für richtig, fand aber gleichzeitig, dass die Summen „aus dem Ruder laufen“ – zumal beim Netzausbau noch einmal vier Millionen Euro zusätzlich aufgewandt werden müssen (wir berichteten). Außerdem gab er zu Protokoll, gegen den Beteiligungsbericht für das Jahr 2015 der Erdwärme zu stimmen, weil einige Punkte im Rechnungsprüfungsausschuss nicht zur Zufriedenheit geklärt werden konnten. Dabei ging es um „bestimmte Beauftragungen“. Worum genau, ist nicht öffentlich.

Auch Achim Zeppenfeld (SPD) stimmte gegen den Wirtschaftsplan – sowohl der EWG als auch der Geothermie-Produktionsgesellschaft Unterhaching, an der die Grünwalder beteiligt sind. Wie Zeppenfeld gegenüber dem Münchner Merkur näher erläutert, seien die Zahlen in den Wirtschatfsplänen zu optimistisch angesetzt. Zeppenfeld: „Grundsätzlich stehen wir der Geothermie positiv gegenüber, aber bei Investitionen, die bald die 200-Millionen-Grenze überschreiten, sprechen wir viel zu wenig über die Risiken und deren Bewertung und Absicherung und auch mal darüber etwas nicht zu tun, auch wenn wir es uns leisten können.“

In der Sitzung verteidigte Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) die grundsätzliche Ausrichtung der Geothermie. Er hält die Investitionen für eine sinnvolle Anlagestrategie – angesichts der Entwicklungen auf dem Finanzmarkt mit Negativzinsen. Und die Grünwalder sind aufgeschlossen. Neusiedl: „Fast 100 Prozent der Neubauten lassen sich ans Geothermienetz anschließen.“

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