Feldkirchen: Auf einer Wellenlänge: Gottedienst beendet tansanisch-deutschen Jugendaustausch

Feldkirchen - „Wir sind alle auf einer Wellenlänge, wir gehören zusammen und wir sind eins", brachte es Kathrin Gruber, angehende Diakonin und „Gastgeberin" der tansanischen Evangelistin Sifa auf den Punkt. Sifa und acht weitere Jugendliche aus der Feldkirchner Partnergemeinde Igongolo besuchen für vier Wochen die evangelischen Kirchengemeinden Kirchheim und Feldkirchen.

Eine Woche vor der Rückreise nach Tansania wurden die neun Jugendlichen bei einem Abschlussgottesdienst und mit bayerischem Brauchtum, nämlich Weißwürtsen und einem Schuhplattler, verabschiedet.

Seit 30 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Kirchheim, Feldkirchen und der tansanischen Gemeinde Igongolo. In diesem Jahr lernten mit Magdalena, Sifa, Luth und Neema vier Mädchen sowie mit Epheso, Geofrey, Edwin, Johana und Nikolaus fünf Buben für einen Monat nicht nur die deutsche Gastfreundschaft kennen, sondern gewannen auch Einblicke in den deutschen Alltag und das kirchliche Leben.

In Tansania dauern die Gottesdienste viel länger als bei uns. Zwei Stunden sind da keine Seltenheit“, sagte Pfarrer Thomas Roßmerkel.

Viel kürzer war auch „sein“ Gottesdienst am Sonntag nicht. Denn die Jugendlichen hatten ihm das Konzept aus der Hand und die Gestaltung übernommen. Sie sangen zahlreiche Lieder auf Suaheli, die von einer Trommel begleitet wurden, lasen die Fürbitten und auch die Lesung zweisprachig abwechselnd auf deutsch und suaheli.

Der eindrücklichste Beweis für die gelebte Partnerschaft der beiden Kirchengemeinden war jedoch ein kleines Theaterstück, das das Leitmotiv des Jugendaustausches „We are together“ demonstrierte: Die tansanischen und deutschen Jugendlichen schlüpften in die Rollen eines Mediziners, Schneiders, Gelehrten sowie in die einer Person, die ein Auto oder Wasser besitzt. Das Stück benötigte keine großen Worte oder Erklärungen, sondern erschloss sich den Besuchern von selbst. Seine Botschaft: Jeder Mensch benötigt etwas, das ein anderer hat. „Jeder für sich besitzt etwas, aber nur alle zusammen kommen wir voran“, griff Gruber das Stück in ihrer Predigt auf. „Was nützt ein Auto demjenigen, der Durst hat? Was nützt die Weisheit, wenn ich krank bin und ich keine Medizin habe?“ Alle Menschen seien, ähnlich den Körperteilen, Glieder eines Ganzen, zusammengefügt in der Kirche als Bild für den Leib. Dies gelte, egal ob katholisch, evangelisch oder einer anderen christlichen Religion zugehörig, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Alter, Begabungen und Fertigkeiten.

Elke Lichtenecker-Hub vom Kirchenvorstand der Kirchheimer Cantate-Kirche ist sich sicher, dass „die Jugendlichen einen dicken Koffer an neuen Eindrücken und Erfahrungen mit nach Hause, nach Tansania, nehmen.“

Bei der Tanzeinlage des Hochschul-Volksmusiktanzkreises inklusive echtem Schuhplattler blieb dem Tansanier Geofrey nur grenzenloses Staunen: Einen solchen Tanz hatte er noch nie gesehen.

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