Druck auf Gemeinde

Feldkirchen muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

Feldkirchen – Die Beschlagnahmung von Sporthallen für Flüchtlinge hat der Landkreis auf den letzten Drücker abgewendet. Das hatte auch in Feldkirchen zu großen Diskussionen geführt. Bislang sind dort lediglich zwölf Asylbewerber untergebracht, 191 sollten es laut einem Quotenspiegel des Landratsamts sein.

Klar ist den Feldkirchnern eines: Ihre einzige Turnhalle wollen sie nicht hergeben. Zumal darunter nicht nur der Schulunterricht leiden würde, auch der lokale Sportverein TSV wüßte nicht, wohin mit den Sportlern.

Bei einer Besichtigung der Halle durch Mitarbeiter des Landratsamts Anfang Februar wiesen Bürgermeister Werner van der Weck und der Rektor der Schule Stephan Vogel darauf noch einmal hin: Es gebe keine Alternative zu dieser Halle. Zum Glück können die Feldkirchener ihre Halle jetzt behalten.

Auch in einem anderen Punkt hat die Gemeinde Kontakt zum Landratsamt. Am 11. Juni 2015 hatte der Gemeinderat beschlossen, ein gemeindeeigenes Grundstück an der Emeran- und Bodmerstraße zur Asylunterbringung zur Verfügung zu stellen. Nachdem inzwischen mehrere Vertragsentwürfe ausgetauscht wurden, wartet die Gemeindeverwaltung auf den endgültigen Mietvertrag. Zudem läuft laut Aussage des Landratsamts gegenüber der Verwaltung bereits eine Ausschreibung, wer das Grundstück dann bebaut. 50 bis 75 Asylbewerber sollen dort unterkommen können.

Auch private Grundstücke wurden dem Landratsamt aus Feldkirchen angeboten. Im Rennen ist momentan eine Fläche an der Friedenstraße mit einer Gesamtgröße von etwa 1700 Quadratmetern. Ein Investor prüft die Lage gerade, teilte das Landratsamt den Feldkirchenern mit. Die Gemeindeverwaltung hat damit zunächst nichts zu tun. Geschäftsleiter Josef Reiser sagt dazu: „Sollten sich Eigentümer und Investor einig werden, werden wir die Nutzung erst erfahren, wenn der Bauantrag vorliegt.“

Innere Mission plant Unterkunft für 120 Menschen

Es gibt noch einen weiteren privaten Träger, der in Feldkirchen gerne Flüchtlinge unterbringen würde: die Innere Mission, die bereits das Kinderheim im Ort betreibt. Ihr hat der Gemeinderat mit einer Mehrheit von 12:8 Stimmen Ende Januar einen Bauvorbescheid erteilt. Die Innere Mission möchte auf einem unbebauten Grundstück mit 4600 Quadratmetern nahe der Wendelsteinstraße Flüchtlinge unterbringen. Der Gemeinderat hat zwar vorgeschrieben, dass das maximal 120 Menschen sein dürfen, rechtlich bindend ist das allerdings nicht. Doch auch die Innere Mission hält diese Größe für richtig, zumal dann 60 Stunden Betreuung durch Sozialpädagogen gesichert sind. Auch dieser Fall liegt jetzt beim Landratsamt, das mit der Inneren Mission über ein Mietangebot verhandeln muss.Benedict Witzenberger

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