Landkreis richtet neue Berufsintegrationsklassen ein

19 Klassen für junge Flüchtlinge fehlen

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Landkreis - Berufsintegrationsklassen für 600 Flüchtlinge braucht der Landkreis, nur 200 haben derzeit einen Platz. Neue Gruppen gibt‘s bald in Feldkirchen.

Trotz aller Anstrengungen des Landkreises fehlen weiterhin Berufsintegrationsklassen für junge Flüchtlinge. 30 Klassen für 600 Schüler im Alter von 16 bis 25 Jahren werden mindestens gebraucht, elf gibt es. Anfang Dezember sollen fünf weitere Klassen in Feldkirchen eingerichtet werden. Benötigt werden mindestens 19 weitere Klassen. Alarmierend: Das Landratsamt berichtete von einem relativ hohen Anteil von Analphabeten unter den Flüchtlingen. Bei einem kürzlich erstellten Bildungsscreening stellte sich heraus, dass 170 von 1057 erfassten Asylbewerbern zwischen 16 und 25 Jahren weder schreiben noch lesen können.

In den derzeit elf Berufsintegrationsklassen werden rund 200 Flüchtlinge unterrichtet. Diese sind in der Beruflichen Oberschule in Unterschleißheim (2), in der Jugendbegegnungsstätte Oberschleißheim, dem „Future Campus“ (5), sowie in der Staatlichen Berufsschule München-Land in Riem (4) angesiedelt.

Für rund 100 weitere Asylbewerber sollen nun fünf weitere Klassen in Feldkirchen hinzukommen. Das Landratsamt will dafür geeignete Räumlichkeiten anmieten und befindet sich gegenwärtig in Verhandlungen.

Das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Unterricht und Kunst sieht für berufsschulpflichtige Flüchtlinge im Freistaat eine zweijährige Schulausbildung vor. Die dafür geschaffenen Berufsintegrationsklassen (BIK) bestehen aus der Vorklasse zur Berufsintegrationsklasse und der BIK selbst. In jede Klasse gehen 20 Schüler, deren Deutschkenntnisse für den Besuch einer regulären Berufsschulklasse nicht ausreichen. Die BIK sind zentraler Baustein der Bemühungen um Chancengleichheit durch mehr Bildung.

Die elf Gruppen gliedern sich in neun Vor- und zwei Berufsintegrationsklassen. Die Verantwortlichen im Landratsamt sind überzeugt, dieses Verhältnis durch die gestartete Bildungsinitiative zu drehen. Denn nachfolgende Generationen sollen regulär Kindertagesstätten, Vor- und Grundschulen besuchen und so von Klein auf mit der deutschen Sprache und Bildung aufwachsen.

Um den Flüchtlingen den Zugang zu Bildung zu erleichtern und Sprachbarrieren schneller abzubauen, hat die Kreistagsfraktion der Grünen gefordert, dass der Landkreis mehr Geld für Sprachkurse einplant und Vereinbarungen mit privaten Sprachschulen schließt, um die Kurse anbieten zu können. Der Kreisausschuss hat dafür 370 000 Euro abgesegnet.

Rubriklistenbild: © dpa

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