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Eine große Belastung für die Feldkirchner ist der Lärm, der vom Verkehr auf der A94 ausgeht. Das Landesamt für Umwelt hält Messungen allerdings für unnötig. 

Eigene Messungen geplant

Lärm und Feinstaub auf der A94: Feldkirchen lässt sich nicht vom Umweltamt beschwichtigen

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Die Gemeinderäte in Feldkirchen wollen sich nicht länger mit Beschwichtigungen und Hochrechnungen bezüglich der Belastung durch Lärm, Feinstaub und Stickoxiden hinhalten lassen. Das Landesamt für Umwelt (LfU) lehnte erneut eine konkrete Messung ab, weil sie angeblich „nicht erforderlich“ sei. Der Gemeinderat will jetzt die Lärmbelastung auf eigene Kosten messen.

Feldkirchen – Im Sommer hatte Christian Wilhelm für die SPD-Fraktion detaillierte Werte über die Verkehrsbelastung im Ort gefordert. „Lärm, Feinstaub , CO2 oder Stickoxid werden seit Jahren in Feldkirchen immer mehr, die Werte dafür aber immer nur hochgerechnet, nie konkret gemessen“, bemängelte Wilhelm und forderte ein Emissionsgutachten für die Gemeinde. Die Gemeinde holte sich entsprechende Angebote ein und fragte zeitgleich beim LfU an, ob ein solches Gutachten auf Grund der Referenzmessungen, die das Landesamt im Auftrag des Landkreises München durchgeführt hat, überhaupt notwendig sei.

Das LfU teilte darauf mit, dass man die Luftschadstoffemission „rechnerisch ermittelt“ und die Ergebnisse dem Landkreis mitgeteilt habe. Demnach würde im gesamten Landkreis zwar kein Grenzwert überschritten, an drei nicht konkret aufgeführten Stellen würden die Grenzwerte allerdings voll ausgeschöpft. Daher sieht das LfU keine Erforderlichkeit für Messungen in der Gemeinde. „Dies bestätigt ja nur, was wir immer gesagt haben: Keine Messungen, nur Hochrechnungen, und dann wird abgewiegelt und beschwichtigt“, ärgerte sich Wilhelm im Gemeinderat. Wenn die Messungen tatsächlich so teuer seien, dann seien er und die SPD zunächst mit reinen Lärmmessungen zufrieden, Stickoxide und Feinstaub könne man auch noch später ermitteln. „Den Geräuschpegel an drei Messstellen zu ermitteln kostet für zwei Wochen 4500 Euro gemäß Angebot, da müssen wir jetzt eben die besten Messpunkte finden“, sagte Wilhelm. Die Bewohner der Schwalbenstraße, die quasi direkt an der A94 wohnten, würden sich regelmäßig beschweren, hier müsse man endlich messen.

Das Ziel ist ein Tempolimit

Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) unterstützt die SPD-Forderung, dann habe die Gemeinde endlich konkrete Werte an der Hand, um so ein Tempolimit auf der Autobahn zu erreichen. „Aber es ist klar, nicht nur die Messung kostet uns etwas, auch die Fachleute, die wir anschließend brauchen, dass sie uns die Messwerte richtig deuten und erklären“, sagte van der Weck. Andreas Janson (UWV) sieht die Thematik eher skeptisch. „Wie sollen wir die drei richtigen oder besten Messstellen finden? Und was machen wir dann mit den Werten, die sind ja ganz bestimmt anders als die des LfU und der Autobahnmeisterei. Das interessiert die doch gar nicht“, glaubt Janson. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich Gemeinden mit dem Wunsch nach Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen oder Bundesstraßen gegen staatliche Stellen durchsetzen können. Van der Weck widersprach, selbst in München hätten dies Stadtteile geschafft.

Nach dem Vorbild im Nachbarland

Michael Burger (SPD) verwies auf den kleinen Ort Süßen in Baden-Württemberg, zwischen Ulm und Stuttgart gelegen. „Die haben es durch eigene Lärmmessungen geschafft, dass auf der Bundesstraße wie auch der Bahntrasse deutliche Tempolimits eingeführt wurden. Es gibt also eine Chance für uns“, sagte Burger. Van der Weck ergänzte, dass eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung außer ein paar Schildern auf der Autobahn nichts kosten würde. Michael Schön (UWV) befürwortete mit seiner Fraktion den Antrag, „aber wir sollten darauf achten, dass die Messung nicht im August stattfindet, wenn auf der Autobahn wenig los ist, und auch nicht an Sonntagen oder zur Zeiten der Bauma, wenn alles steht.“

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