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Expertenrunde zum Thema „Waffengesetze“: (v.l.) Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein (BJV), Stephan Mayer (MdB); Moderator Josef-Markus Bloch; Angelika Niebler (MdEP) und Dieter Vierlbeck von den Bayerischen Sportschützen.

Diskussionsrunde 

Angst vor schärferen Waffengesetzen

Im September ist Bundestagswahl. Und die zumindest der Bayerische Jagdverband hofft nicht auf einen Regierungswechsel. Denn dann, so fürchten die Mitglieder, könnten die Waffengesetze verschärft werden.

Von Bert Brosch

Feldkirchen – Die bayrischen Jäger wehren sich gegen eine Verschärfung der Waffengesetze, wie sie die EU-Kommission nach den Attentaten von Paris geplant hatte. Im Raum standen regelmäßige medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU) sowie die Forderung, Jagd- und Waffenscheine alle paar Jahre erneut zu prüfen.

Laut Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), haben die CSU-Abgeordneten in Brüssel eine solche Neuregelung verhindert, nun müsse man in Berlin Rot-Rot-Grün verhindern. Der BJV hatte nach Feldkirchen zu einer Diskussionsrunde eingeladen mit zahlreichen Gesprächspartner – alle von der CSU. Auf dem Podium wie auch im Publikum herrschte Einigkeit, dass alle zwei Millionen deutschen Jäger und Sportschützen verantwortungsvoll mit ihren Waffen umgehen. „Egal, wie weit man Waffengesetze verschärfen würde, das würde keinen Gaunerkerl abhalten, mit einer Waffe etwas Böses zu tun. Einen regelmäßigen Depperltest, wie es Brüssel vor hatte und wie es ihn in Italien gibt – das hätten wir Jäger nicht mitgemacht“, sagte Vocke.

Angelika Niebler (MdEP, CSU) schickte voraus, dass sie keine Jägerin sei, „aber ich stehe voll hinter den Jägern und Sportschützen. Aus meiner Sicht hat die EU mit Kanonen auf Spatzen geschossen und alle unbescholtenen Waffen-Träger verteufelt. Zum Glück konnten wir die geplanten Gesetze europaweit verhindern – nun liegt es in der Hand der nationalen Parlamente, die Änderungen umzusetzen.“ Die MPU und die regelmäßige Überprüfung der Jagdscheine habe man verhindert. „Doch wir müssen die neuen Waffenschränke ebenso akzeptieren wie härtere Kontrollen“, sagte Niebler. Ihr Parteikollege Stephan Mayer (MdB) sagte, jedes Land habe 15 bis 30 Monate Zeit, die neuen Regeln umzusetzen. „Das macht also eine neue Regierung. Es liegt an uns zu verhindern, dass alles wesentlich schärfer wird.“ Auch er plädiert für strengere Kontrollen, damit keine Waffen in die Hände von Extremisten oder Terroristen gelangen könnten. Er warnte aber auch, dass es absoluten Schutz nicht geben könne. Im Darknet etwa seien Waffen leicht zu bekommen.

Dieter Vierlbeck vom Bayerischen Sportschützenbund verwahrte sich dagegen, 1,5 Millionen deutsche Sportschützen – davon 470 000 in Bayern – plus 380 000 Jäger in die böse Ecke zu drängen. „Wir alle sind gut ausgebildet an unseren Waffen und schulen unseren Nachwuchs sorgfältig – zu uns kann und muss man Vertrauen haben.“ Nur 2,5 Prozent aller Straftaten mit Waffen würden mit legalen Waffen durchgeführt. „Es gibt 5,4 Millionen angemeldete Waffen in Deutschland, aber 20 bis 40 Millionen illegale – das ist das Problem, nicht wir Jäger oder Sportschützen“, sagte Vierlbeck.

Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein, BJV-Vizepräsident, plädiert für eine bessere Erziehung der Jugend. „Waffen sind gefährlich, keine Joysticks, das wissen und glauben viele nicht.“

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