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Unmut über Söders „Wahlkampfgeschenk“

Wegen Isentalautbahn: Auch Feldkirchen will Tempolimit auf A94

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Im Isental hatte der Protest der Anwohner Erfolg: Die Staatsregierung erließ ein Tempolimit auf der A94. Das fordern sie in Feldkirchen seit Jahren. Passiert ist noch nichts.

Feldkirchen – Die Feldkirchner Gemeinderäte sind sauer. Sauer auf die Bayerische Staatsregierung. Sauer auf Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der, so der Tenor, habe „als schnelles Wahlkampfgeschenk“ den Anwohnern der neuen Isentalautobahn, einem Teilstück der A 94, nach deren Protesten in kürzester Zeit ein Tempolimit spendiert. „Wir fordern dies seit über zehn Jahren erfolglos auf der gleichen Autobahn durch Feldkirchen, das kann doch nicht sein“, schimpfte Franz Golibrzuch (UWV).

Laut Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) ist sich der Gemeinderat seit Jahren einig und bemühe sich die Gemeinde um eine Temporeduzierung auf der A94, dort, wo sie Feldkirchen durchsticht. „Das wurde von der Staatsregierung immer wieder abgelehnt – jetzt genügt ein kurzer Protest der Anwohner der neuen Isentalautobahn und der Ministerpräsident persönlich legt ein Limit fest“, monierte der Bürgermeister. Er habe daraufhin sofort einen Brief an Söder und Innenminister Herrmann geschrieben. Der Inhalt zusammengefasst: Auch Feldkirchen habe ein Recht auf ein solches Tempolimit, um Lärm und Abgase zu reduzieren. „Bislang haben wir lediglich den Eingang des Briefs bestätigt bekommen“, sagte Geschäftsstellenleiter Heinz-Josef Reiser.

„Der Protest der Anwohner im Isental hat ja gezeigt...“

Die Gemeinderäte stören sich an der Ungleichbehandlung. „Im Isental finden auch Lärmschutzmessungen statt, wir messen bei uns ja ebenfalls schon seit Monaten selbst, weil das Ministerium uns immer sagte, sie habe unsere nicht vorhandene Lärmbelastung errechnet – aber eben nie gemessen“, sagte Andreas Janson (UWV). Er plädierte daher für einen erneuten Beschluss des Gemeinderats und die Forderung an die verantwortlichen Ministerien. Christian Wilhelm (SPD) berichtete, dass die bisherigen Messungen ganz eindeutig belegen, dass es an und um die Schwalbenstraße, die direkt an der A94 liegt, viel zu laut sei. „Vor allem nachts, wenn es auf der Autobahn nur wenig Verkehr hat, da geben sehr viele enorm Gas“, sagte Wilhelm. „Genau dann brauchen wir ein Limit auf 80 Stundenkilometer.“ Lieber zehn Mal vergeblich einen Brief schreiben, sei seine Einstellung, als gar nichts zu tun. „Der Protest der Anwohner im Isental hat ja gezeigt, dass auch die Bürger etwas erreichen können.“

Golibrzuch ist direkter Anlieger der Autobahn, konnte das Problem speziell in der Nacht also aus eigener Erfahrung bestätigen. „Am Tag ist Dauerstau, aber nachts wird gerast, ein Schlafen bei offenem Fenster ist unmöglich.“ Er frage sich, warum zehn Jahre Anträge und Proteste keinen Erfolg hätten, „sind wir zu klein oder ist Feldkirchen das Stiefkind im Landkreis? Der Herr Söder will doch bei uns auch ein paar Stimmen haben, das sollten wir ihm klarmachen.“

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Der einzige, der nicht hart mit der Staatsregierung ins Gericht gehen wollte, war Herbert Vanvolsem (CSU). „Wir kennen doch die Situation im Isental gar nicht genau, können das nicht so einfach auf uns übertragen. Das ist einfach zu plump, diese Forderung.“ Auch Reiser bremste die Wut der meisten Gemeinderäte dahingehend, dass nach seiner Kenntnis im Isental kein Flüsterasphalt verbaut worden sei, auf der A 94 durch Feldkirchen aber schon. Dennoch beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass die Verwaltung einen weiteren Brief nach München mit der Forderung nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung schicken soll.

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