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Aus eins mach drei: Auf der Fläche des gelben Hauses an der Danziger Straße will der Bauwerber drei Reihenhäuser bauen. 

Wegen Bauprojekt an der Danziger Straße

Beschwerde gegen Feldkirchens Bürgermeister

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Anwohner der Danziger Straße wollen sich über die beiden Feldkirchner Bürgermeister beschweren: Weil die Gemeinde das Bauprojekt an der Danziger Straße unterstützt.

Feldkirchen – Der Streit um die Baupläne für drei Reihenhäuser an der Danziger Straße in Feldkirchen geht in die zweite Runde: Nun stehen die beiden Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) und Andreas Janson (UWV) im Fokus. Die Nachbarn des geplanten Projekts wollen gegen die beiden Rathauschefs Beschwerde beim Landratsamt einlegen. „Das lassen wir uns nicht bieten“, schimpft Wolfgang Kellerer, nachdem der Gemeinderat den Bauantrag von Bauwerber R. mit 7:4 Stimmen genehmigt hat.

Bürgermeister van der Weck weist darauf hin, dass den Nachbarn in einem langen Gespräch sämtliche Begriffe und Pläne erläutert worden seien. „Ich weiß, dass sie unseren Zahlen nicht trauen, selbstverständlich bleibt ihnen immer der Klageweg offen“, sagt van der Weck. Er bot beiden Parteien an, ihre Standpunkte darzustellen. „Aus unserer Sicht gibt es so viele Zahlen, die nicht stimmen, so viel Verwirrung und Unklarheiten. Wir Nachbarn lehnen den Bau ab und bitten die Gemeinderäte darum, keine Zustimmung zu geben“, sagt Kellerer. „Zumal der betroffene Bebauungsplan 50 städteplanerisch komplett überarbeitet werden soll.“

Es geht um ein Grundstück an der Danziger Straße, auf dem R. drei Reihenhäuser bauen möchte. Einmal hat es das Landratsamt abgelehnt, dann reichte er im März neue Pläne ein. R. ist der Meinung, sein neues Haus entspreche von Größe, Höhe und Wohnfläche dem, was die Nachbarn schon gebaut haben. Diese sehen das jedoch ganz anders, verweigerten die Unterschrift unter die Baupläne, beschwerten sich bei der Gemeinde – und zeigten den Bauwerber sogar an, weil er eine Firma beauftragt hatte, die mit einer Drohne das Gebiet vermessen sollte – und über die Nachbargrundstücke flog.

„Ich habe die Pläne mit der Gemeinde und dem Landratsamt so abgesprochen, dass sie genau den Vorgaben entsprechen“, rechtfertigt sich R. „Es ist nicht wahr, dass ich deutlich höher baue als die Nachbarn oder dass ich eine höhere Geschossflächenzahl habe.“ Er wolle kein Sonderrecht, sondern nur genehmigt bekommen, was alle anderen bereits realisiert hätten. „Ich fordere gleiches Recht für alle.“

Van der Weck will sich nicht an dem Streit beteiligen. „Wir lassen uns in diesen Zwist nicht hineinziehen, sondern beurteilen nach belegbaren Maßen und Gesetz.“ Das stellte Michael Burger (SPD) im Gemeinderat sofort in Frage. „In dem Gebiet sind Kniestöcke nicht erlaubt, und er will einen Kniestock mit 70 Zentimeter Höhe. Unter Berücksichtigung der geplanten sechs breiten Dachgauben wird das Dachgeschoss zum Vollgeschoss. Dem stimme ich niemals zu.“

Der Bürgermeister entgegnete, dass man in dem Gebiet bereits mehrere Kniestöcke und auch höhere Wandhöhen erlaubt habe. Herbert Vanvolsem (CSU) konnte es nicht glauben, dass die Verwaltung eine zustimmende Empfehlung gegeben hatte. „Wir schaffen hier einen fatalen Präzedenzfall für das gesamte Gebiet. Die GFZ von 0,66 ist viel zu hoch, das darf nicht sein. Das lehne ich ab.“ Mit 7:4 Stimmen gab die Mehrheit aber grünes Licht.

Für Nachbar Kellerer ist die Entscheidung Anlass zur Beschwerde beim Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde. Sie hat bei Bauanträgen grundsätzlich das letzte Wort.

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