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Mussten für Wohnhäuser weichen: Am Riemer Gangsteig in Feldkirchen wurden in Folge eines gültigen Bebauungsplanes rund 40 gesunde Buchen gefällt. Nur sechs Bäume konnten erhalten werden. 

Am Riemer gangsteig

Baurecht bricht Baumschutz: 40 Buchen gefällt

Was der Laubholzbockkäfer nicht vernichtet hat, das erledigt die Gemeinde jetzt selbst. So kommt bei manchen Anwohnern die jüngste Baumfällaktion an, der 40 gesunde Buchen zum Opfer gefallen sind. Das sorgt für Ärger.

Feldkirchen – Etwa 40 gesunde, 60 bis 70 Jahre alte, mächtige Buchen standen vor ein paar Tagen noch auf dem Grundstück an der Ecke Westendstraße/Riemer Gangsteig in Feldkirchen. Jetzt sind nur noch sechs übrig. Ein alter Bebauungsplan hat den Rest sozusagen vernichtet.

„Das kann doch nicht wahr sein, dass bei uns seit Jahren Hunderte Bäume wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers gefällt wurden – und jetzt sind es kerngesunde Bäume ohne Not! Da blutet mir das Herz“, schimpft Anwohner Lorenz Sedlmeir. Auch Feldkirchens Umweltreferent Klaus Pitterle bestätigte, dass die Bäume völlig gesund waren. „Unter den Aspekten Ökologie, Ortsbild, Vogel- und Klimaschutz waren diese Buchen absolut erhaltenswert – der Bebauungsplan sah das aber eben leider anders“, sagt Pitterle.

Gemeinderat Zimmermann beschwert sich auch

Auch Gemeinderat Thomas Zimmermann (FW), von Beruf Garten- und Landschaftsbauer, hatte sich im Gemeinderat über die Aktion beschwert. „Das wäre doch bestimmt auch anders möglich gewesen, für mich sind diese Fällungen dramatisch!“

Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) entgegnete, dass die Fällungen rechtens waren. „Da liegt ein zwar alter, aber rechtskräftiger Bebauungsplan vor, den hat der Gemeinderat genehmigt, und damit hat der Bauherr hier ein Baurecht. Die gefällten Bäume wurden in dem Plan als nicht zu erhaltend festgesetzt – aber einige konnten wir ja erhalten.“ Der Gemeinde seien durch die Fällungen keine Kosten entstanden, nun wird das Holz gehäckselt und verbrannt.

Auch das konnte Gemeinderat Zimmermann nicht nachvollziehen. „Das ist gesundes Buchenholz, einfach viel zu schade zum Verbrennen.“ Umweltreferent Pitterle bedauerte auch dies, „doch die Landesanstalt für Landwirtschaft verlangt von allen Bäumen in Feldkirchen, dass sie gehäckselt und verbrannt werden – auch wenn kein ALB-Befall vorliegt. Damit auf keinen Fall etwas übersehen werden kann.“

Auch der neuen Turnhalle müssen Bäume weichen

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Gemeinde wegen des Turnhallenbaus an der Olympiastraße weitere fünf Bäume gefällt hat. Auch die Fällungen rund um den S-Bahnhof wurden mittlerweile abgeschlossen, die mächtige Schwarzkiefer am Bahnhofsvorplatz hat noch eine Gnadenfrist, doch im kommenden Winter fällt auch sie der Kettensäge zum Opfer.

„Da reden der Bürgermeister und der Gemeinderat immer davon, dass sie möglichst alle Bäume erhalten wollen. Doch wenn man sich umsieht, dann wird in der gesamten Gemeinde nur gefällt und gerodet, das ist wirklich schlimm!“, sagt Lorenz Sedlmeir und schüttelt enttäuscht den Kopf.

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