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Viele Treppen, aber kein Aufzug: Der Bahnhof in Feldkirchen ist nicht barrierefrei ausgebaut. 

Durchgefallen: Miese Kritik von Fahrgästen

Zu viele Treppen, kein Aufzug. Keine Toilette: Der Bahnhof in Feldkirchen bekommt von den Fahrgästen ganz schlechte Kritik

Feldkirchen – Der Bahnhof Feldkirchen ist unbeliebt. Hier ist es zwar weder besonders dreckig, noch ist es abends gefährlicher als anderswo, dennoch ist die Unzufriedenheit der Fahrgäste, deutlich zu spüren. Was vor allem fehlt, ist die Barrierefreiheit. Menschen mit körperlichen Einschränkungen haben an diesem Bahnhof keine Chance, einen Zug zu erreichen. Es gibt nur wenige positive Merkmale, dazu gehören viele Stellplätze für Fahrräder, die überdacht sind und 191 Parkplätze für Autos links und rechts des Bahnhofsgebäudes.

Eine Toilette ist nicht vorhanden. Im alten Bahnhofsgebäude gibt es aber immerhin einen Kiosk, der auch Fahrkarten verkauft. Auf dem Bahnhofsvorplatz befinden sich die Bushaltestellen, hier kann es zeitweise sehr eng werden, wenn bis zu drei Busse gleichzeitig auf dem Platz stehen und auch Autofahrer zu den Parkplätzen fahren wollen. Rund um den Bahnhof sind einige Lokale und Restaurants angesiedelt, wie das Wirtshaus „Zum Dorftreff“ mit Biergarten und Blick auf die Bushaltestellen.

Das größte Manko ist die fehlende Barrierefreiheit. Der Zugang zu den Gleisen ist nur über Treppen möglich. Der Zugang befindet sich direkt neben dem Bahnhofsgebäude, über eine Treppe geht es zur Unterführung, von dieser führen weitere Stufen zu dem Mittelbahnsteig. Ein Bild, das hier oft zu sehen ist: Eltern, die sich mit dem Kinderwagen abmühen und ihn die Stufen rauf- und runterschleppen, ein Elternteil, dass Passanten um Hilfe bittet, weil das Hindernis alleine nicht zu bewältigen ist. Menschen, die sich mit Koffern und Fahrrädern die Treppen rauf quälen. Was man hier nur sehr selten bis gar nicht sieht: Rollstuhlfahrer. Für sie gibt es nicht die geringste Möglichkeit, auf den Bahnsteig zu kommen. Sie müssen an einer anderen Station aussteigen und mit dem Bus oder einem anderen Verkehrsmittel nach Feldkirchen fahren.

Nach jahrelanger Verhandlung mit der Deutschen Bahn, Plänen, Diskussionen und Streitereien im Gemeinderat hieß es im Jahr 2015: Der barrierefreie Ausbau kommt 2018. Nachdem der Ausbau schon mehrmals in den Jahren zuvor angekündigt worden war, war dies eine gute Nachricht.

Der Bahnhof Feldkirchen wird im Zuge der Förderung des Freistaats Bayern zum barrierefreien Ausbau von 26 Bahnhöfen in Bayern mitberücksichtigt. Die Kosten übernimmt der Freistaat Bayern, die Gemeinde Feldkirchen zahlt lediglich den erweiterten Ausbau nach Norden, in Richtung Heimstettner See und Dornacher Feld. Bis Sommer 2018 sollte der Bahnhof barrierefrei ausgebaut sowie der Vorplatz und die Bushaltestellen neu gebaut werden. Doch es gab Verzögerungen, weil die geplante Bushaltestelle für die neuen, längeren Busse des MVV zu klein waren . Das Projekt muss neu geplant werden. lr

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