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Eine IsarCard9 kann man sich bald auch bei der Gemeinde Feldkirchen ausleihen.

CSU-Antrag

Für einen Euro durchs MVV-Netz: Gemeinde schafft günstiges Leih-Ticket an

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Feldkirchner können künftig für einen Euro pro Tag durchs MVV-Netz fahren. Die Gemeinde schafft ein Ticket zum Ausleihen an. Die SPD war nicht begeistert von der Investition.

Feldkirchen – Für die zweiköpfige CSU-Fraktion im Feldkirchner Gemeinderat ist es die Möglichkeit, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) „bezahlbarer zu machen und die Attraktivität zu steigern“, wie es Fraktionschef Herbert Vanvolsem formulierte. Für die SPD ist der Vorstoß der Christsozialen „nichts als ein effekthascherischer Schaufensterantrag – wir sind für billigen oder kostenfreien ÖPNV, aber nicht zulasten der Gemeinde“, monierte Christian Wilhelm. Es geht um das „Feldkirchner Ein-Euro-Ticket“.

Im Nachbarort Kirchheim wurde zu Beginn des Jahres ein Ein-Euro-Ticket eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Isar-Card, mit der Bürger für die symbolische Leihgebühr von einem Euro ab neun Uhr morgens das Gesamtnetz des MVV benutzen können. Mittlerweile hat Kirchheim acht dieser Tickets, die sehr rege nachfragt werden. Das eingenommene Geld wird an soziale Zwecke im Ort gespendet.

Nun wird auch Feldkirchen auf Antrag der CSU zwei Karten kaufen. Kostenpunkt: 4284 Euro per annum. „Allen Bürgern mit Hauptsitz in Feldkirchen wollen wir so eine Karte tageweise gegen eine Gebühr von einen Euro zur Verfügung zu stellen“, schreibt die CSU in ihrem Antrag. Die Einnahmen sollen der Bürgerstiftung Feldkirchen zu Gute kommen.

Mit der Anschaffung unterstütze die Gemeinde die Forderungen nach einem bezahlbaren und vereinfachten MVV-Ticket. Der tageweise Verleih gegen 50 Euro Kaution wird laut CSU zudem die Akzeptanz des ÖPNV positiv beeinflussen. Einige Fahrten mit dem Privat-Pkw könnten so vermieden und ein grundsätzliches Umdenken anregt werden, was wiederum ökologisch gesehen positiv zu bewerten sei. Nach Wunsch der CSU soll die Karte vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen oder sozial Bedürftigen zukommen. Diese könnten mit der Karte „unbürokratisch einen spontanen Tagesausflug machen“, begründete Vanvolsem.

Lesen Sie auch: CSU-Kandidat in Feldkirchen: Seit zwei Monaten in der Partei - und gleich Bürgermeister?

Zuspruch erhielt die CSU von den Freien Wählern und der Parteifreien Fraktion, Widerspruch gab es von der SPD. „Ich kämpfe seit Jahren für einen kostenfreien MVV oder sehr günstige Tarife. Ministerpräsident Söder und der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch sprachen mehrfach von Ein-Euro-Tagestickets oder der 356-Euro-Jahreskarte im MVV. Wo sind die?“, ärgert sich SPD-Fraktionschef Wilhelm. Diese Vergünstigung sei Aufgabe des Landkreises oder Freistaats, nicht der Kommune. Zudem gebe es für Bürger, die Sozialhilfe beziehen, die Sozialfahrkarte „IsarCard S“. „Wir brauchen ganz bestimmt nicht noch eine Karte für diese Gruppe“, betonte Wilhelm fest und kanzelte den Vorstoß als Schaufensterantrag“ ab.

Die SPD lehnt den Antrag ab und forderte, mehr Druck auf den Landkreis auszuüben und die über 4000 Euro an Bedürftigen zu geben. Gegen fünf Stimmen wurde die Anschaffung der Ein-Euro-Tickets beschlossen, allerdings für alle Feldkirchner, unabhängig vom Einkommen.

bb

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