Essen zum Mitnehmen, aber in nachhaltigem Mehrweggeschirr, das will die Stadt fördern. symbolbild: oliver bodmer
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Essen zum Mitnehmen, aber in nachhaltigem Mehrweggeschirr, das will die Gemeinde fördern. (Symbolbild)

50 Prozent Zuschuss für Mehrweggeschirr

  • Bert Brosch
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Mehr Nachhaltigkeit beim Essen zum Mitnehmen wünschen sich die Gemeinderäte und Gastronomen in Feldkirchen. Die Gemeinde bezuschusst nun Mehrweggeschirr.

Feldkirchen – Bereits Ende Juni war sich der Feldkirchner Gemeinderat einig, Gastronomie-Betriebe, die Essen zum Mitnehmen in Mehrwegbehältern anbieten, finanziell zu unterstützen. Nun hat man sich auch auf die Höhe der Förderung geeinigt: Die Gemeinde zahlt die Hälfte der Kosten, wenn das System mindestens ein Jahr läuft.

Die „Umweltgruppe Feldkirchen“ hatte sich intensiv bei den örtlichen Gastronomen darum bemüht, ein gemeinsames Mehrweg-System einzuführen. Unabhängig davon stellte die CSU-Fraktion den Antrag, Gastronomie, Metzgereien und Kioske bei der Einführung des Systems finanziell zu unterstützen. Stefan Seiffert (CSU) schlug eine Starthilfe von 500 Euro vor: „Mit einem oder mehreren Mehrweg-Systemen können wir in Feldkirchen den Berg an Plastik deutlich reduzieren.“ Christian Wilhelm (SPD) empfahl eine Förderung von 50 Prozent der Anschaffungskosten, „durch einen gewissen Eigenanteil der Wirte wird deren Motivation und Engagement gesteigert“. Fraktionskollegin Brigitte Pfaffinger sagte, dass Feldkirchen eine der letzten Kommunen der Region sei, in der das Thema behandelt werde. „Nun geht es darum, es den Wirten und Bürgern so einfach wie möglich zu machen.“ Daher sei es wichtig, dass es möglichst nur ein System im Ort gebe – „aber keinen Einzelweg, sondern in Absprache mit den Nachbargemeinden“, sagte Pfaffinger.

„Wir können nicht an alle Betriebe pauschal 500 Euro auszahlen“

Bürgermeister Andreas Janson (UWV) lobte noch einmal die Vorarbeit der Umweltgruppe. „Durch deren Arbeit wissen wir ja, dass sich die Gastronomen auf ein gemeinsames System geeinigt haben. Das sollten wir dann auch nehmen.“ Geschäftsstellenleiter Heinz-Josef Reiser stellte noch einmal klar, dass der CSU-Antrag nicht zur Abstimmung kommen könne. „Wir können nicht an alle Betriebe pauschal 500 Euro auszahlen, das wäre eine verdeckte und unerlaubte Wirtschaftsförderung“, betonte Reiser. „Möglich wäre aber eine Staffelung der Unterstützung.“

Umweltreferent Klaus Pitterle sagte: „Wir brauchen möglichst ein System, bei dem alle mitmachen und das auch überregional funktioniert, dass ich also mein Geschirr auch im Nachbarort abgeben kann.“ Das System, das favorisiert werde, werde auch in Haar eingesetzt, Vaterstetten habe allerdings ein anderes. Pitterle schlug vor, dass die Gemeinde die Betriebe gegen Rechnungen bis zur Hälfte der Anschaffungskosten unterstützt „Und zwar rückwirkend, denn einige haben sich schon Mehrweg-Geschirr angeschafft, nicht dass die benachteiligt würden. Zudem muss das System mindestens ein Jahr eingesetzt werden, damit es den Zuschuss gibt“, so Pitterle. Da auch die Kommunalaufsicht im Landratsamt keine rechtlichen Bedenken zur Gewährung eines Zuschusses von Mehrweggeschirr in der Gastronomie hat, entschied der Gemeinderat einstimmig, dies so einzuführen.

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