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Dicht an dicht stehen die Menschen. Sie alle wollen die neuen Unterkünfte für die Asylbewerber sehen.

64 Geflohene ziehen in zwei Holzhäuser

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Die Gemeinde Feldkirchen nimmt 64 Asylbewerber auf. Sie haben bereits im Landkreis gewohnt - und haben gute Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen.

Feldkirchen – Jahre lang nahm die Gemeinde Feldkirchen weniger Flüchtlinge auf als vom Landratsamt gefordert. Bereits im Juni 2015 aber war das gemeindeeigene Grundstück an der Emeranstraße für eine Unterkunft ins Gespräch gekommen. Doch dann folgte der Planungs- und Baustopp durch die Regierung von Oberbayern aufgrund der zurückgehenden Flüchtlingszahlen. Nun aber sind die drei Holzhäuser für 64 Menschen fertiggestellt und konnten besichtigt werden. Anwohner, Gemeinderäte sowie die Pfarrer Konrad Eder und Torsten Bader nutzten die Gelegenheit.

Feldkirchen hatte bisher zu wenige Flüchtlinge aufgenommen. „Keine passenden Gebäude oder Grundstücke“ lautete die Begründung. Und wenn dem Landratsamt eine Fläche angeboten wurde, gab es Proteste der Anwohner. Entsprechend der Einwohnerzahl hätte Feldkirchen im September 2015 eigentlich 141 Flüchtlinge unterbringen sollen, tatsächlich waren es 17. Im Februar 2016 sollten es 191 sein, da waren es zwölf, hinzu kamen immer wieder bis zu 75 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in der Notunterkunft im Kinderheim. Wichtigstes Ziel für den Gemeinderat war stets, dass die einzige Turnhalle der Gemeinde nicht zwangsrekrutiert wird oder ein leer stehendes Haus im Gewerbegebiet. Zahlen von 400 bis über 1000 Flüchtlingen, die der Ort aufnehmen müsse, standen im Raum.

Nun wurden an der Emeranstraße drei Holzhäuser nach dem Konzept „Feel Home“ des Herstellers „Ehret + Klein“, Starnberg, auf einem gemeindeeigenen Grundstück fertiggestellt. In zwei zweistöckigen Gebäuden finden jeweils in vier großen Wohnungen bis zu 32 Menschen Platz. In einem flachen Nebengebäude untergebracht sind der Sozialdienst für die Bewohner sowie der Sicherheitsdienst, „als Ansprechpartner für alle Menschen, die hier wohnen oder hier rein wollen, aber auch für Anwohner, wenn sie sich über etwas beschweren möchten“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) bei der Besichtigung.

Kommende Woche sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. „Wir achten darauf, dass es Menschen sind mit einer hohen Bleibeperspektive und die möglichst in der Region arbeiten“, sagte Göbel. Den Wunsch der Anwohner, dass nur Familien einziehen, könne man nicht erfüllen, sagte der Leiter der Stabsstelle „Asyl“ im Landratsamt, Leonhard Schmid. „Die meisten Familien im Landkreis haben gute Unterkünfte, wir werden hier also eine Mischbelegung haben mit Einzelpersonen und Familien, dafür sind die großen Wohnungen für bis zu acht Personen ja ausgelegt.“

Anwohner Ralf Zippler sagte: „Natürlich müssen wir helfen. Doch der Bürgermeister und viele Gemeinderäte haben immer wieder gesagt, dass nur Familien einziehen. Die haben uns belogen, das wird wohl Probleme geben, wenn da sehr viele Männer alleine sind.“ Maria Faltermeier wohnt seit 50 Jahren an der Emeranstraße, nun direkt gegenüber dem Flüchtlingshaus. „Ich freue mich, wenn da junge Leute kommen, aber ich hoffe schon, dass es Familien sind, nicht nur Männer.“ Zweiter Bürgermeister Andreas Janson (UWV) konkretisierte: „Die Menschen, die hier einziehen werden, leben alle schon im Landkreis. Ein paar werden ihre Familien, die über Deutschland verteilt sind, nachholen.“ Gemeinsam mit zwölf Flüchtlingen, die an der Münchner Straße untergebracht sind, sowie acht unbegleiteten Minderjährigen habe Feldkirchen dann 84 Menschen aufgenommen, was nahe an der geforderten Quote von 95 sei.

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