Zur Fahrradstraße soll die Seestraße entlang des „Fidsche“ nach dem Wunsch des Bauausschusses ausgebaut werden – wie auf der Kirchheimer Seite.
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Zur Fahrradstraße soll die Seestraße entlang des „Fidsche“ nach dem Wunsch des Bauausschusses ausgebaut werden – wie auf der Kirchheimer Seite.

Für sieben Projekte

95 Millionen Euro sind im Topf: Feldkirchen hofft auf Radweg-Zuschuss

  • Bert Brosch
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Fast 100 Millionen Euro an Zuschüssen stellt der Bund in Bayern für Investitionen in Radwege zur Verfügung. Davon will auch Feldkirchen profitieren und meldet gleich sieben Projekte an.

Feldkirchen – Durch ein neues Sonderförderprogramm des Bundes gibt es viel Geld für neue Radwege in den Kommunen. Alleine für Bayern stehen 95 Millionen Euro bereit – nur muss alles, was beantragt wird, auch bis Ende 2023 realisiert sein. Ein Angebot, bei dem Feldkirchen gerne zugreift. Der Bauausschuss beschloss einstimmig, sieben Projekte einzubringen.

In einem Sonderprogramm „Stadt und Land“ stellt der Bund bis Ende 2023 für Investitionen in den Radverkehr 657 Millionen Euro zur Verfügung, 95 Millionen Euro entfallen davon auf den Freistaat. Für die Planung und den Bau von Radinfrastruktur werden 75 Prozent gefördert, erklärte Umweltberater Michael Reiprich, der sich auch um das Thema Fahrrad kümmert. Lege man vollständige Antragsunterlagen für baureife Projekte bis Ende 2021 vor, könnten 80 Prozent gefördert werden. Bei finanzschwachen Kommunen seien sogar Förderungen bis zu 90 Prozent möglich. Unterstützt werden Maßnahmen, die bis Ende 2023 realisiert sind – so lange Geld im Fördertopf ist.

„Wir könnten hier also 90 Prozent Förderung erhalten“

Reiprich schlug für Feldkirchen mehrere Projekte vor, für die man einen Förderantrag stellen sollte: etwa den Bau einer Fahrradstraße in der Dornacher Straße, den Umbau der Seestraße in eine Fahrradstraße, den Neubau einer Geh- und Radwegbrücke über die Aschheimer Straße (B 471) oder den Neubau des nördlichen Radwegs entlang der M 18 zur Sportanlage sowie eine doppelstöckige Fahrradabstellanlage auf der nördlichen Bahnhofseite und die Erstellung des Radwegekonzepts mit Markierungen. „Vor allem der vom Bauausschuss verabschiedete Radweg vom Kreisel an der Olympiastraße Richtung Messe, der vom Gemeinderat aus Kostengründen gestoppt wurde, könnte so doch realisiert werden“, sagte Reiprich. Bürgermeister Andreas Janson (UWV) ergänzte, dass dafür die Pläne bereits fertig seien. „Wir könnten hier also 90 Prozent Förderung erhalten“, sagte der Rathauschef. „Wir sollten jetzt so viel wie möglich beantragen, abwarten, ob wir Förderung erhalten und dann loslegen.“

Christian Wilhelm (SPD) war begeistert von den möglichen Fördergeldern, „nur dürfen wir die geplante Bürgerbeteiligung bei den Projekten nicht vergessen.“ Reiprich versprach, dass das Planungsbüro und die „Aktionsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune“ (siehe Kasten) die Bürger ganz sicher beteiligen würden. Auch Thomas Zimmermann (UWV) empfand die Vorschläge der Verwaltung für sehr gut und forderte: „Wir sollten jetzt möglichst schnell die Förderanträge dafür stellen, nicht lange rumdiskutieren.“

AGFK-Kontrollfahrt im April

Feldkirchen will Mitglied werden in der „Aktionsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune“ (AGFK), das hat der Gemeinderat entschieden. Die obligatorische Test-Radtour findet am 15. April statt. Fachleute der AGFK radeln durch die Gemeinde und suchen nach gelungenen Radwegen, Abstellanlagen, Schildern oder Schutzstreifen, aber auch nach Problemen. Die Bewertungskommission schlägt dann die Aufnahme der Kommune in den Verein als vorläufiges Mitglied vor. Die Gemeinde hat dann vier Jahre Zeit, die Aufnahmekriterien zu erfüllen – vor der Endkontrolle und der festen Aufnahme in die AGFK.

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