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Das Feldkirchner Gewerbegebiet Süd wächst stetig – doch es gibt wegen der Autobahn keine sc hnelle Datenverbindung. Die Firmen drängen auf eine Lösung. 

Kein Breitbandausbau im Gewerbegebiet Süd

A 94 hängt Firmen von der Datenautobahn ab

Im Gewerbegebiet Süd sind im Moment acht Firmen angesiedelt: zwei Hotels, Auto-, Lkw- und Buswerkstätten, große Lager, ein Kaffeeautomaten-Service sowie eine zweite Niederlassung des traditionsreichen Feldkirchner Aufzug-Herstellers Riedl. Dessen Geschäftsführer Christoph Lochmüller bemängelt, dass es im gesamten Gewerbegebiet keine Breitband-Verbindung gibt. Das Problem ist die bislang für Glasfaser wie auch Geothermie unüberwindbare Autobahn A94.

Feldkirchen – Seit über 80 Jahren baut Riedl Aufzugsanlagen und hält sie selbst instand. Der Familienbetrieb in der dritten Generation beschäftigt 120 Mitarbeiter, aktuell sind 8000 Riedl-Aufzüge in Betrieb. „Zwischen unserem Werk 1 in der Sonnenstraße und dem Werk 2 am Otto-Lilienthalring im Gewerbegebiet Süd müssen wir regelmäßig größere Datenmengen hin- und herschicken, doch das ist ein enormes Problem“, erläutert Lochmüller. Schon Dateien mit 20 Megabyte (MB) würden mehrere Minuten zum Öffnen oder Senden benötigen. „Das ist nicht toll, wenn der Kunde am Telefon auf Informationen wartet.“ Aus Lochmüllers Sicht beginne gerade erst das neue Zeitalter der „Industrie 4.0“, die Datenmengen nähmen täglich zu. „Unsere modernen Aufzüge schicken selbstständig Informationen zu uns über ihren Zustand oder Störungen. Unsere Monteure erhalten umfangreiche Informationen über die jeweilige Anlage auf ihr Tablet oder Laptop geschickt. Künftig sollen das auch Videos sein – doch das geht technisch mit der lahmen Verbindung nicht!“, ärgert sich Lochmüller. Dann habe man es mit Richtfunk versucht, aber wenn einer der vielen Staus auf der nahen Autobahn ist, telefonieren alle und die Datenmenge rausche in den Keller. Zudem sei jeder Baukran, Schnee- oder Regenschauer deutlich leistungsmindernd auf den Richtfunk. Also wünscht sich das Unternehmen eine schnelle Glasfaser-Breitbandverbindung, „zumal die anderen Unternehmen bestimmt auch schnelle Daten benötigen“, ist sich Lochmüller sicher und trug sein Anliegen im Gemeinderat vor.

Autobahndirektion stellt sich quer

Das Dilemma des Gewerbegebiets Süd ist die Autobahn A94, die das Gelände von Feldkirchen und damit vom Daten-Knotenpunkt abtrennt. Bereits 2014 stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats. „Damals lehnte eine Mehrheit von 11:5 die Empfehlung der Verwaltung nach einem Breitbandausbau ab, weil es angeblich in Feldkirchen keinen Bedarf gebe“, sagt Gemeinde-Geschäftsleiter Heinz-Josef Reiser. Die Gemeinde habe danach immer wieder versucht, das Gewerbegebiet mit einem Glasfaserkabel zu versorgen, doch die Autobahndirektion Südbayern weigerte sich beim Neubau der Brücke an der B 471/Oberdorfer Straße Leerrohre für Glasfaser oder gar Geothermie einzubauen, weil man im Bauwerk keine fremden Leitungen wolle. Die Alternative eines parallelen Brückenbauwerks auf Kosten der Gemeinde Feldkirchen über die A 94 scheiterte ebenso an den Kosten wie eine Spülbohrung unter der Autobahn.

„Wir haben aber jetzt von der Autobahndirektion doch ein erstes positives Signal erhalten, dass ein Leerrohr nur für ein Glasfaserkabel möglich sein könnte. Auch mit der Gemeinde Haar haben wir erste Gespräche, ob nicht eine Leitung von Ottendichl herüber möglich ist. Mit den Bayernwerken sind wir ebenfalls in Kontakt, ob die nicht eine Lösung haben“, sagt Reiser. Das Gewerbegebiet Süd und deren Firmen seien für Feldkirchen enorm wichtig, daher werde man alles daran setzen, das Gebiet als attraktiven Standort zu erhalten. „Denn definitiv gibt es dort aktuell keine Breitbandverbindung, die müssen wir schnell schaffen, dass uns kein Unternehmen deshalb abspringt und verlässt“, so Reiser.

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