Die Schilder, die auf die ALB-Quarantänezone hinweisen, werden nicht mehr gebraucht.
+
Es war einmal: Die Schilder, die auf die ALB-Quarantänezone hinweisen, werden nicht mehr gebraucht.

Keine Käfer-Funde mehr

ALB-Spuk hat ein Ende: Quarantänezone aufgehoben

Acht Jahre lang hat der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) Feldkirchen beschäftigt. Nun hat der Spuk ein Ende. Seit vier Jahren haben Experten keine Käfer mehr gefunden.

Feldkirchen – Aufatmen in Feldkirchen: Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) ist in Feldkirchen ausgerottet, der Quarantänestatus mit all seinen Beschränkungen wurde damit zum Jahresende 2020 aufgehoben. Das hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nun mitgeteilt. War für die Bekämpfung des Käfers in den Ortsbereichen und in der Offenlandschaft die LfL zuständig, so war für die Waldgebiete im Quarantänebereich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Ebersberg verantwortlich. Dieses wurde von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising wissenschaftlich unterstützt.

Eingeschleppt wurde der gefährliche Käfer ehedem aus China in einfachen Holzpaletten, welche die Granitsteine zusammenhalten und die bei der Einfuhr vor vielen Jahren nicht ausreichend und sorgfältig genug kontrolliert wurden. Es war ein Paukenschlag, als ein Feldkirchner Bürger im Oktober 2012 einen ALB im Ortsbereich nahe der Autobahn A 94 fand. Was dann folgte, kam einem Albtraum für die Kommune und die Gartenbesitzer gleich. Sie mussten sich ständig große Sorgen um ihre Bäume machen. Entdeckten die Kontrolleure der LfL nämlich einen befallenen Baum, wurde nicht nur dieser gefällt, sondern praktisch alle Laubbäume mit Ausnahme der Eichen im Umkreis von 100 Metern um diesen Baum fielen der Motorsäge zum Opfer. Tausende von Bäumen mussten deshalb über die Jahre weichen. Diese starken Eingriffe veränderten das Aussehen des betroffenen Ortsbereichs komplett, nichts mehr war wie vorher, es war und ist teilweise heute noch ein trauriges Bild.

Aber nicht nur die Gemeinde war betroffen, denn mit einer Allgemeinverfügung hatte die LfL eine kreisförmige Quarantänezone mit einem Radius von 2500 Metern um den Ort des Fundes angeordnet, die weit in die angrenzenden Gemeinden und im Bereich des Messegeländes auch in die Landeshauptstadt hinein reichte.

Auf die Funde und die Baumfällungen folgte ein intensives langjähriges Suchen nach frischen Eiablagen, Larven, Käfern und Ausbohrlöchern mit Ferngläsern vom Boden aus und durch Baumkletterer bis in die äußersten Spitzen der teilweise über 100 Jahre alten Bäume. Auch über 200 Lockstofffallen, die weibliche Käfer einfangen sollten, wurden in der Quarantänezone aufgehängt, um einen Überblick zu bekommen, wo sich noch Käfer aufhielten.

So dauerte es acht Jahre, bis der Quarantänestatus nun aufgehoben werden konnte. Voraussetzung war, dass vier Jahre lang, entsprechend zwei Entwicklungszyklen des Käfers, bei den umfangreichen Überwachungsmaßnahmen nichts mehr gefunden wurde. So war es nun auch. Der ALB-Spuk in Feldkirchen hat ein Ende.

Ludwig Holly

Während sie den ALB in Feldkirchen los sind, hat die Stadt Miesbach noch mit dem Krabbler zu kämpfen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare