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Viele offene Baustellen: Das steht heuer in Feldkirchen an

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Von: Bert Brosch

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Unendliche Geschichte: Der Umbau des S-Bahnhofs nimmt kein Ende; die Rampe für Kinderwagen oder Rollstühle ist gesperrt, der Aufzug fehlt noch immer und die Radständer sind offiziell nicht benutzbar.
Unendliche Geschichte: Der Umbau des S-Bahnhofs nimmt kein Ende; die Rampe für Kinderwagen oder Rollstühle ist gesperrt, der Aufzug fehlt noch immer und die Radständer sind offiziell nicht benutzbar. © Bert Brosch

Während in Feldkirchen viele Baustellen nach Plan verlaufen, gibt es eine, die die Gemeinde auch 2022 beschäftigen wird, obwohl sie längst fertig sein soll. Ein Überblick.

Feldkirchen – Mit Gewerbesteuereinnahmen, die um 4,5 Millionen Euro höher liegen als erwartet, und einer Rücklage von gut 12 Millionen Euro schaut Feldkirchen zuversichtlich ins neue Jahr: der Nord-Durchstich am Bahnhof, neue Radwege und Bushaltestellen sowie der Breitbandausbau sind die Pläne für 2022.

Allein durch die Gewerbesteuer nimmt die Gemeinde mindestens 16 Millionen Euro ein. Etwas unerwartet. Denn kalkuliert hatte Kämmerer Manuel Wagner eigentlich mit 11,5 Millionen. Folglich beträgt auch die Rücklage nicht nur 6,5 Millionen, sondern satte 12 Millionen. Wagner geht davon aus, dass es in diesem Jahr keine oder nur eine sehr geringe Entnahme aus der Rücklage geben wird.

Eine Bilanz, die auch Bürgermeister Andreas Janson (UWV) zuversichtlich stimmt „für die vor uns liegenden Aufgaben“. Neben dem Bahnhofdurchstich und den Radwegen „werden uns die geplanten Senioreneinrichtungen an der Münchner- und der Dornacher Straße verstärkt beschäftigen“.

Einzugstermin im April 2023 wohl realistisch

Das größte Projekt, das neue kleine Wohnviertel auf dem ehemaligen Raiffeisen-Gelände ist voll im Zeit- und Kostenplan. Zwei der drei Häuser sind im Rohbau fertig und sogar winterfest.
Das größte Projekt, das neue kleine Wohnviertel auf dem ehemaligen Raiffeisen-Gelände ist voll im Zeit- und Kostenplan. Zwei der drei Häuser sind im Rohbau fertig und sogar winterfest. © Bert Brosch

Die Gemeinde wird dabei auch in diesem Jahr schuldenfrei bleiben. Den lange geplanten Kredit von 15,4 Millionen Euro für Feldkirchens größtes Bauprojekt in der Raiffeisenstraße wird man zwar 2022 in Anspruch nehmen. Allerdings beträgt der Zinssatz dafür null Prozent und der gesamte Kredit wird durch die Mieteinnahmen in 20 Jahren abbezahlt sein. Beim Neubau sind zwei der drei Häuser winterfest, dass darin gearbeitet werden kann und dem Einzugstermin im April 2023 nichts entgegensteht. Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände in der Hohenlindner Straße entstehen zwei neue Kinderkrippen-Gruppen mit je zwölf Kindern. Seit Dezember wird dort zudem an 100 Wohneinheiten gebaut.

Insgesamt elf Bushaltestellen sollen barrierefrei umgebaut werden, die Gesamtkosten dafür kalkuliert ein Ingenieur-Büro mit 1,1 Millionen Euro. Allerdings gibt es dafür Fördergelder von der Regierung von Oberbayern in Höhe von bis zu 70 Prozent. Nun wird festgelegt, bei welchen Haltestellen es zuerst behindertengerecht wird und zudem eine „adäquate Anzahl an Fahrradständern“ mit errichtet werden. Fahrradständer fehlen im gesamten Ort, ebenso Radwege generell oder zumindest entsprechende Markierungen. Dies ergab eine Rundfahrt der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Bayern e.V. (AGFK) im Juli, nachdem die Gemeinde dort Mitglied wurde. Ein Planungsbüro soll für Feldkirchen ein Radwegekonzept erstellen, um die Situation für Radfahrer in der Gemeinde zu verbessern.

Kein Ende in Sicht beim S-Bahnhof-Umbau

Noch immer ist kein Ende in Sicht beim S-Bahnhof-Umbau: 2018 war Baubeginn, Fertigstellung sollte Mitte 2019 sein – bis heute ist die Rampe für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen gesperrt, der Aufzug, um den Bahnsteig zu erreichen, fehlt, auch die Fahrradständer sind noch immer nicht eröffnet. Angeblich fehlt dafür die notwendige Beleuchtung. Für den Durchstich nach Norden hat sich die Gemeinde ein eigenes Planungsbüro gesucht.

Ebenso unbefriedigend ist die Situation für 900 Adressen in Feldkirchen, die keinen Glasfaser-Anschluss haben. Bislang ist dies nur gemeinsam mit einem Fernwärmeanschluss der AFK-Geothermie möglich. Doch gemeinsam mit hohen Fördergeldern und den Gemeinden Aschheim und Kirchheim will die Gemeinde das jetzt ändern. Dafür wird aktuell ein Netzbetreiber gesucht.

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