+
Gleich ins Auge springen sollen die reflektierenden Schilder, die BJV-Vizepräsident Thomas Schreder, BJV-Landesschatzmeisterin Mechtild Maurer, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sowie Organisator Andreas Ruepp und BJV-Präsidiumsmitglied Axel Kuttner gestern bei Weißenfeld aufgestellt haben.

„Schütze Leben – unseres und deins“

Obacht, Reh! Mit diesen Schildern will der Jagdverband Wildunfälle verhindern

  • schließen

44.000 Rehe sterben jährlich auf Bayerns Straßen. Mit einer Plakat-Kampagne will der Jagdverband Wildunfälle verhindern. Der Freistaat steckt viel Geld in das Projekt.

Feldkirchen/Weißenfeld – Die Zahl der Wildunfälle im Freistaat steigt stetig. 44.000 Rehe, 1500 Wildschweine und 200 Stück Rotwild sterben pro Jahr auf Bayerns Straßen. Der Bayerische Jagdverband (BJV) will mit einer Plakat-Kampagne Zusammenstöße zwischen Auto und Wild reduzieren. „Hab acht und geh‘ runter vom Gaspedal!“, diese Botschaft vermitteln die 1500 neuen Warnschildern, die in den kommenden Wochen an bayerischen Straßen aufgestellt werden. Eines davon hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) gestern an der Kreisstraße EBE 17 bei Weißenfeld (Kreis Ebersberg) aufgestellt.

„Wir wollen das Bewusstsein bei den Fahrzeughaltern schärfen, dass sie sich im Lebensraum von Wildtieren bewegen“, betonte das Präsidiumsmitglied des BJV, Andreas Ruepp, beim anschließenden Pressegespräch in Feldkirchen. Der Schriftzug „Schütze Leben – unseres und deins“ und das Foto eines kleinen Tieres sollen Auto- und Lkw-Fahrer animieren, langsamer und vorsichtiger zu fahren. Sechs unterschiedliche Motive hat der BJV ausgewählt: Reh, Dachs, Schwein und Fuchs sind allesamt putzig anzuschauen. Die Tafeln sind aus einer in der Nacht reflektierenden Plane in Plakatgröße, sodass die Motive ausgetauscht werden können und damit kein Gewöhnungseffekt eintritt.

Jeder der 160 bayerischen Jagdverbände bekommt acht Schilder

Für jeden der 160 bayerischen Jagdverbände werden acht Schilder verteilt, die diese an ihren „Brennpunkten“ installieren. Die Reduzierung der Geschwindigkeit ist für Ruepp entscheidend. Denn bei Regen und Nässe passierten aufgrund langsameren Fahrens deutlich weniger Wildunfälle. „Mit 60 oder 70 Stundenkilometer kann man noch gut bremsen und ausweichen, mit über 100 nicht mehr.“ Die Folientafeln sind an einem praktischen Metallgestänge befestigt, das von den Allgäuer Werkstätten, einer Behindertenwerkstatt, erstellt wurde. „So konnten wir uns mit dieser Aktion auch noch sozial engagieren und darüber hinaus Kosten sparen“, sagte Ruepp.

Die Gründe für den Anstieg an Wildunfällen sind vielfältig: die zunehmende Versiegelung der Landschaft, Straßen, die die Lebensräume der Wildtiere durchschneiden, gepaart mit der zunehmenden Verkehrsdichte und überhöhter Geschwindigkeit, aber auch aufgrund der immer besser ausgestatteten Fahrzeuge mit ihren Warn- und Sicherheitssystemen, fasste BJV-Vizepräsident Thomas Schreder zusammen. „Man fährt schneller und rücksichtsloser, es entsteht zunehmend eine Vollkaskomentalität“. Die Dunkelziffer liege „mit Sicherheit“ weit oberhalb der gut 45 000 registrierten Unfälle, vermutet Schreder: „Das sind nur die Zahlen, die auch aufgrund von Meldungen bei der Polizei und den Versicherungen basieren.“ Hinzu käme ein Vielfaches mehr an getöteten Igeln, Hasen, Mardern und anderen Kleintieren.

Lesen Sie auch: Landrat will Lkw-Verbot auf der B471 anordnen - weitere Gemeinde kommt dazu

Staatsministerin Kaniber unterstützt die Aktion aus Überzeugung, wie sie sagt: „Ich fahre dort, wo ich weiß, dass Wildwechsel stattfindet, selbst besonders langsam.“ Ihr Engagement ist ihr beziehungsweise ihrem Ministerium 100 000 Euro wert, die in die Schilder-Kampagne fließen. „Wir müssen hier gemeinsam etwas zum Schutz von Mensch und Tier tun.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Einbrecher erbeuten Schmuck und Bargeld - Polizei sucht Zeugen
Einbrecher sind am Sonntag in Ismaning in ein Anwesen eingestiegen. Dort erbeuteten sie Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von mehreren Tausend Euro.
Einbrecher erbeuten Schmuck und Bargeld - Polizei sucht Zeugen
Horror-Unfall auf A99: Münchner Promi-Berater und Ehemann sterben in ihrem Audi - Szene trauert
Auf der A99 kam es in Kirchheim bei München zu einem furchtbaren Verkehrsunfall. Zwei Männer starben noch am Unfallort. Jetzt gibt es neue Details über die Opfer.
Horror-Unfall auf A99: Münchner Promi-Berater und Ehemann sterben in ihrem Audi - Szene trauert
Paketbote rastet komplett aus und tritt um sich: DHL entschuldigt sich - Kritik prallt ab
Ein DHL-Paketbote ist bei der Auslieferung vollkommen ausgerastet. Erst trat er auf die Tür und dann auf ein Paket ein - aus vollkommen nichtigem Anlass.
Paketbote rastet komplett aus und tritt um sich: DHL entschuldigt sich - Kritik prallt ab
Beim Abbiegen frontal in BMW gekracht
Beim Abbiegen auf die Autobahn hat eine 76-Jährige am Sonntag den BMW einer 40-jährigen Münchnerin übersehen. 
Beim Abbiegen frontal in BMW gekracht

Kommentare