Auf drei Etagen werden die Buben und Mädchen im Kindergarten St. Jakob momentan betreut.
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Auf drei Etagen werden die Buben und Mädchen im Kindergarten St. Jakob momentan betreut.

„Ich halte dies für gesundheitlich sehr bedenklich“

Eltern-Beschwerde: Kinder kriegen im Keller zu wenig Licht - Jetzt reagiert die Gemeinde

  • Bert Brosch
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Wegen Corona betreut der Kindergarten St. Jakob in Feldkirchen Kinder auch im Keller. Dort ist es aber zu dunkel, kritisieren Eltern. Jetzt reagiert die Gemeinde.

Feldkirchen – In die Kellerräume im Kindergarten St. Jakob in Feldkirchen strömt zu wenig Tageslicht. Ein Fachplaner hat dies bestätigt, nun investiert die Gemeinde 40 000 Euro in die Beleuchtung.

Durch die Pandemie sind die drei Gruppen des Kindergartens an der Zeppelinstraße auf drei Etagen verteilt, die „Seepferdchen-Gruppe“ ist im Keller einquartiert. Da ist es zu dunkel, schreiben Eltern eines Mädchens, die im Gemeinderat nicht namentlich genannt wurden. Mit dieser Meinung stünde man nicht alleine da, argumentieren sie in ihrem erfolgreichen Antrag an die Gemeindeverwaltung. Sie hätten eine Vielzahl weiterer Seepferdchen-Eltern hinter sich.

„Ich halte dies für gesundheitlich sehr bedenklich“

Bei den Kellerräumen, in denen auch seine Tochter untergebracht ist, handle es sich nicht um Souterrain-Räume, sondern um klassische Kellerräume, in die durch einen Lichtschacht äußerst wenig Tageslicht einfällt. Hierin besteht aus der Sicht des Antragstellers ein großes Problem. „Die Licht-Ausstattung in den Keller-Räumen eignet sich nicht dazu, um Kinder für bis zu neun Stunden täglich und fünf Tage pro Woche unterzubringen“, kritisieren die Eltern. „Ich halte dies für gesundheitlich sehr bedenklich.“ Die Beleuchtung mit Tageslicht sei zu keiner Zeit ausreichend, es müsse alltäglich und unabhängig von der Witterung mit künstlichem Licht unterstützt werden, damit Kinder sich darin aufhalten und spielen können. „Wenn in den Räumen nur schummriges und trübes Kunstlicht vorhanden ist, machen sich schlechte Laune, Müdigkeit, Unlust unter den Kindern und deren Erziehern breit.“ Richtiges Licht sei noch vor gesunder Nahrung und ausreichend Bewegung die Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Sei dieses unzureichend gewährleistet, seien verschiedene physische und psychische Erkrankungen die Folge.

Aus Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder schlagen die Eltern ein neues Lichtkonzept mit gesundem Licht oder als Alternative einen regelmäßigen Wechsel der Räumlichkeiten mit der „Krokodil“-Gruppe im Erdgeschoss vor.

Experte bestätigt Lichtmangel

Die Verwaltung nahm die Vorwürfe ernst und beauftragte einen Lichtplaner, damit dieser den aktuellen Istzustand der Lichtstärke und Lichtqualität der einzelnen Räume feststellt. Im Keller untersuchte er den zentralen Flur, drei Gruppenräume und zwei Bewegungsräume. Sein Ergebnis: Ein Teil der Räume erfüllt die Werte der geltenden Norm, nicht aber der Bewegungsraum B1 und vor allem nicht der Flur. Folglich riet der Planer, die vorhandene Beleuchtung, um mindestens die geforderten Mindest-Lichtmengen zu verstärken, oder besser noch, die Empfehlungen zu erfüllen.

Die Bauverwaltung holte dazu ein Angebot ein, darin werden alle Räumlichkeiten so ausgestattet, dass die empfohlenen Werte erreicht werden. Das Angebot beläuft sich auf rund 40 000 Euro. Der Bauausschuss beschloss einstimmig, diese Summe im Haushalt 2021 mit einzuplanen.

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