+
Eine der fünf neuen MVG-Mietradstationen wird in der Otto-Lilienthal-Straße im Gewerbegebiet Süd entstehen. 

70.000 Euro Kosten

Fünf neue MVG-Mietradstationen für Feldkirchen

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
    schließen

Feldkirchen baut sein Angebot an Mieträdern aus. Fünf neue MVG-Mietradstationen sollen entstehen. 

Feldkirchen – Schon seit April 2019 kann man am Feldkirchner S-Bahnhof die blauen MVG-Mieträder ausleihen. Obwohl es bislang nur einmal im Dezember vergangenen Jahres Zahlen über die ausgeliehenen Räder gab, seit einem halben Jahr also nichts Aktuelles, betrachten die Gemeinderäte die Bilanz als positiv. Daher wurden nun fünf neue MVG-Mietradstationen für rund 70 000 Euro beschlossen.

Gemeinde muss die Hälfte selbst zahlen

„Hätten wir uns gleich von Anfang an für mehrere Stationen entschieden, hätten wir dafür eine Förderung von 95 Prozent erhalten. Nun müssen wir die Hälfte selber bezahlen“, bedauerte Gemeinderat Christian Wilhelm (SPD). Für die bisher einzige Mietradstation am Bahnhof musste die Gemeinde lediglich 3500 Euro der angefallenen Kosten von 23 300 Euro bezahlen. Nun aber kostet eine Station mit acht Mieträdern für die Gemeinde 15 000 Euro, für fünf Räder 12 250 Euro.

Diskussion um Zahl der Stationen

Aufgrund der höheren Kosten der von ihm klar befürworteten neuen Ausleihstationen empfahl Wilhelm, „jetzt vielleicht nur drei zu bauen.“ Stefan Seiffert (CSU) sieht die Mieträder prinzipiell positiv, „auch wenn das Ausleihen nicht recht günstig ist. Auch ich denke, dass fünf neue Leihstationen im Moment ziemlich teuer sind, wir sollten uns daher auf zwei oder drei beschränken.“ Sein Fraktionskollege Herbert Vanvolsem sieht in der vorgeschlagenen Station an der Philipp-Hauck-Straße im Gewerbegebiet Ost „keinerlei Sinn, dort wird sich kein Mensch ein Fahrrad ausleihen.“ Thomas Zimmermann (UWV) indes sieht es als „enorm wichtig“ an, dass die Leihstationen ausgebaut werden. „Immer mehr Menschen steigen aufs Rad um, wir wurden schon mehrfach von Hotels und Firmen im Ort angesprochen, warum es nur eine Leihstation am Bahnhof gibt. Aus meiner Sicht könnte man auf die neue Station an der Turnhalle verzichten, aber die anderen vier Stationen müssen unbedingt sein.“ Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) konnte das Zögern einiger Kollegen überhaupt nicht verstehen, „warum wollen wir jetzt bei diesem wichtigen Thema kleinlich sein? Den Standort Olympiastraße an der neuen Turnhalle sehe ich als sehr wichtig an, denn da kommen doch regelmäßig viele Besucher und Zuschauer.“

Hier sollen die neuen Stationen entstehen

Bürgermeister Andreas Janson (UWV) sagte, dass das MVG-System davon lebe, dass man sein Mietrad überall abstellen könne, was aber natürlich nur dann geht, wenn es viele Stationen gibt. „Die Nachbargemeinden haben ihre Stationen alle ausgebaut, daher plädiere ich für alle fünf vorgeschlagenen Stationen.“

Einstimmig beschloss der Bauausschuss fünf neue MVG-Mietradstationen: an der Münchner Straße (8 Räder), Olympiastraße (5), Gewerbegebiet Süd (8), Dornacher Straße (8), Gewerbegebiet Ost (5). Die Kosten hierfür belaufen sich nach Abzug der 50-prozentigen Förderung auf 69 500 Euro, hinzukommen jährliche Betriebskosten von 15 500 Euro. Sollte es keine Förderung durch den Bund oder den Landkreis mehr geben, wird das Thema noch einmal neu diskutiert. BERT BROSCH

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Votum pro Transparenz: Bürger-Informationsrecht bleibt erhalten
An der Transparenz wird nicht gerüttelt - das entschied der Gemeinderat mehrheitlich. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, das Informationsrecht der Bürger auszuhebeln. 
Votum pro Transparenz: Bürger-Informationsrecht bleibt erhalten
Schülerzahlen steigen gewaltig: So viele neue Schulen braucht der Landkreis
Die Zahl der Schüler wächst im Landkreis München unnachgiebig. Der Kreis braucht daher auch immer mehr weiterführende Schulen. Das sind die Pläne.
Schülerzahlen steigen gewaltig: So viele neue Schulen braucht der Landkreis
Tote Hose am Bahnhof
Wer am Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn schnell einen kleinen Snack auf dem Weg in die Arbeit oder eine Zeitung für die S-Bahn-Fahrt kaufen will, hat derzeit Pech …
Tote Hose am Bahnhof
Kein Lärmschutz zum Schnäppchenpreis an der A995
Drei Millionen oder acht Millionen Euro? Der Gutachter-Streit über die Finanzierung der Lärmschutzwand an der A 995 bei Unterhaching artet zur Glaubenskrise aus. „Wem …
Kein Lärmschutz zum Schnäppchenpreis an der A995

Kommentare