1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Feldkirchen

Bis zu 12 500 Fahrzeuge weniger: Gutachten prophezeit neuer Südumfahrung „erhebliche Auswirkungen“

Erstellt:

Von: Sabina Brosch

Kommentare

„Kleine Verbindung mit erheblicher Auswirkung“: Welche Wirkung eine Südumfahrung (roter Balken unten) hätte, zeigt diese Grafik. Die Prognose: 12 500 Fahrzeuge weniger auf anderen Straßen (im Jahr 2035). grafik: Obermeyer Planen und Beraten
„Kleine Verbindung mit erheblicher Auswirkung“: Welche Wirkung eine Südumfahrung (roter Balken unten) hätte, zeigt diese Grafik. Die Prognose: 12 500 Fahrzeuge weniger auf anderen Straßen (im Jahr 2035). grafik: Obermeyer Planen und Beraten © Grafik: Obermeyer Planen und Beraten

Das sind doch mal Aussichten: Rund 12 500 Fahrzeuge könnte eine Südumfahrung künftig aus Feldkirchen fernhalten. Bis dort allerdings das erste Auto fährt, dürften noch zehn bis fünfzehn Jahre vergehen. 

Feldkirchen – Die Gemeinde Feldkirchen ist ein Verkehrs-Hotspot: Allein 40 Prozent Durchgangsverkehr belastet den Knoten B 471 und Münchner Straße. Der Ausbau der Messe und auch neue Gewerbe- und Baulandausweisungen der Nachbarkommen kommen hinzu. Eine Südumfahrung könnte entlasten, schlimmstenfalls aber weiteren Verkehr erzeugen.

Helmuth Ammerl vom Büro „Obermeyer Planen und Beraten“ stellte im Gemeinderat nun eine Verkehrsuntersuchung zur Südumfahrung in Feldkirchen vor. Eine Machbarkeitsstudie hat der Landkreis angestoßen, wer die Straße baut und finanziert ist noch nicht geklärt, nachdem der Feldkirchner Gemeinderat beantragt hatte, die sogenannte Sonderbaulast auf den Landkreis zu übertragen. Dass die Südumfahrung sinnvoll ist, hat der Kreis jedoch bereits bestätigt.

„Kleine Verbindung mit erheblicher Auswirkung“

Als eine „kleine Verbindung mit erheblicher Auswirkung“, titulierte Ammerl die geplante Umgehung. Sie sei in der Lage, rund 12 500 Fahrzeuge aufnehmen, rund 620 aus dem Schwerlastverkehr. Es werde zudem Verlagerungen des Verkehrs bedeuten, der an Feldkirchen vorbeiläuft und direkt zur Messe oder auf die B 471 gelangt.

Aber auch innerhalb Feldkirchens sieht Ammerl ein Entlastungspotenzial von 12 000 Fahrzeugen, „die aus dem Ort herausgenommen werden“. Ein Nebeneffekt sei auch die Entlastung der parallel laufenden Autobahn A 94. Entscheidend sei jedoch die Ortsmitte, die Kreuzung B 471 und Münchner Straße ist der Knotenpunkt. Diese überqueren täglich 16 500 Fahrzeuge, „hier ist nicht mehr möglich, mehr kann hier nicht mehr abgewickelt werden“, so Ammerl. Von daher empfiehlt er auch dringend ein innerörtliches Konzept, das Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung oder auch Möglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr aufzeigt. Ein Argument, das von Christian Wilhelm (SPD) aufgegriffen wurde: „Wir wollen innerorts fahrradfreundlicher werden, hier entsprechend gestalterisch tätig werden und auch Fahrradstreifen bauen.“ Sollte sich in der Fläche zwischen Südumfahrung und Münchner Straße ein Gewerbegebiet neu postieren, müsse neu gerechnet werden.

CSU-Appell: Neues Viertel östlich der S8 im Auge behalten

Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) befürchtet ein „Zulaufen der Flächen, hoffentlich laufen die Entwicklungen nicht in eine andere Richtung“. Auch Brigitte Pfaffinger (SPD) erwartet durch die mögliche Ansiedlung etwa von Discountern, dass hier zugunsten von neuem Gewerbe „die Innenstadt total verödet“. Stefan Seiffert (CSU) bat, auch das „SEM-Gebiet“ (Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme) östlich der S8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen im Auge zu behalten und gegebenenfalls in die Verkehrsplanung einzubeziehen. Hier soll für 30 000 Menschen Wohnraum entstehen, zudem sind 10 000 Arbeitsplätze geplant. „Auch diese Entwicklung kann Einfluss auf den Verkehr bei uns in Feldkirchen haben“, so Seiffert.

Ammerl bestätigte, dass hierzu keine Zahlen in die Verkehrsprognose mit eingeflossen sind, eine Fortschreibung jedoch jederzeit erfolgen könne. Dann erscheint es für ihn jedoch realistisch, dass „ein zweispuriger Ausbau der Südumfahrung nicht mehr ausreicht, sondern man bereits eine Mehrspurigkeit überlegen muss“. Bis das erste Auto auf der Südumfahrung fährt würden aber gut zehn bis 15 Jahre vergehen.

Weitere Nachrichten aus Garching und dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Kommentare