Das Haus steht schon. Der Gemeinderat lehnte den Antrag ab, aus drei Wohnungen sechs zu machen.
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Das Haus steht schon. Der Gemeinderat lehnte den Antrag ab, aus drei Wohnungen sechs zu machen.

„Das wäre ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht“

In einem Neubau: Aus drei Wohnungen sollen sechs werden - Gemeinderäte lehnen Antrag ab

  • Bert Brosch
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Aus den drei Wohnungen in einem Neubau will ein Bauherr in Feldkirchen sechs machen. Der Bauausschuss lehnte das vorhaben hat. „Das geht gar nicht“, urteilte eine Rätin.

Feldkirchen – In der Egerländer Straße hat ein Bauherr ein Haus mit drei Wohnungen gebaut. Nun möchte er um „bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“ durch eine Neuaufteilung daraus sechs Wohnungen machen. Der Bauausschuss lehnte dies ab, weil das Grundstück dafür zu klein ist.

Das Grundstück ist 1046 Quadratmeter groß. Gemäß dem gemeindlichen Nachverdichtungskonzept, das für jede Wohneinheit mindestens 300 Quadratmeter Fläche vorsieht, wären nur zwei Wohnungen erlaubt gewesen. Doch am 19. Juli 2018 gestattete der Gemeinderat per Ausnahmegenehmigung drei Wohnungen. Noch während der Bauphase stellte der Bauherr den Antrag, das Haus für acht Wohneinheiten zu bauen, es gebe dafür Fördermittel vom Landratsamt und ein Belegungsrecht für die Gemeinde. Am 6. Juni lehnte Gemeinderat diesen Antrag ab, nun folgte ein weiterer für sechs Wohnungen.

Bürgermeister: „Das hätte enorme Auswirkungen“

Wie die Verwaltung mitteilt, befindet sich das Grundstück im Geltungsbereich des Bebauungsplanes 45. Dort sind maximal zwei Wohneinheiten je Baugrundstück zulässig. Bisher war der Gemeinderat immer der Meinung, jeder sollte sich an das Nachverdichtungskonzept halten. Bei den anderen Bauwerbern empfand er stets mehr als drei Wohnungen als für zu dicht. Um nun auf diesem Grundstück sechs oder gar acht Wohnungen zuzulassen, wäre eine Bebauungsplanänderung notwendig. „Prinzipiell halte ich die Idee für gut, kleinere und damit bezahlbare Wohnungen zu schaffen, denn wir haben dafür großen Bedarf“, sagte Bürgermeister Andreas Janson (UWV). Doch wenn man diese erneute Ausnahme zulasse, widerspreche das dem gültigen Bebauungsplan. „Das hätte enorme Auswirkungen auf das gesamte Baugebiet, dann kommen die anderen Bauherren auch und wollen das gleiche – das können wir nie mehr einfangen“, so Janson. Das Grundstück sei für diese Anzahl an Wohnungen einfach nicht geeignet, weil zu klein. Bei sechs Wohneinheiten käme man auf 174 Quadratmeter je Wohnung, was weit unter den Festsetzungen neuer Bebauungspläne für Neubauten im Ort liege.

Der Bauherr begründete seinen Antrag damit, dass die geltende Vorschrift veraltet und nicht mehr anwendbar sei, er wolle für junge Familien günstigen Wohnraum schaffen. Bei nur drei Wohneinheiten wäre dies aber keinesfalls möglich. Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) lehnte den Antrag kategorisch ab: „Das wäre ein klarer Verstoß gegen geltendes Recht. Das Haus steht ja schon, jetzt nachträglich eine Befreiung, das geht gar nicht.“ Dem schloss sich Stefan Seiffert (CSU) an: „Wir machen uns immer viele Gedanken über die Bebauungspläne, wenn wir das genehmigen würden, bräuchten wir keine.“

Janson war derweil froh, dass der Bauherr überhaupt einen Antrag gestellt hat, „immer wieder erleben wir, dass einer ein Haus für sechs Wohnungen beantragt und zwölf baut.“

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