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Von null auf hundert: Stefan Seiffert ist erst seit zwei Monaten in der CSU, jetzt kandidiert er als Bürgermeister.

„Zwölf Jahre SPD sind mehr als ausreichend“

CSU-Kandidat in Feldkirchen: Seit zwei Monaten in der Partei - und gleich Bürgermeister?

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Nach zwölf Jahren mit einem SPD-Bürgermeister will die CSU 2020 das Rathaus in Feldkirchen wieder zurückerobern. Ihr Kandidat ist erst seit zwei Monaten in der Partei. 

Feldkirchen – Seit nun mehr zwölf Jahren sitzt mit Werner van der Weck ein SPD-Bürgermeister auf dem Chefsessel im Feldkirchner Rathaus. Bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr will Stefan Seiffert (44) den Posten für die CSU zurückerobern. „Das wird nicht einfach, aber in die Stichwahl wollen wir auf alle Fälle kommen“, sagte CSU-Ortsvorsitzender Herbert Vanvolsem bei der Aufstellungsveranstaltung am Mittwoch.

Nur 21 Parteimitglieder, die Seiffert letztlich einstimmig zu ihrem Kandidaten machten, waren ins Ludwig Göckl Haus gekommen. Was wohl den Pfingstferien geschuldet war. „Aber wir mussten das jetzt machen“, erläuterte Vanvolsem den Termin, „ich wurde beinahe täglich gefragt, ob wir denn nicht endlich einen Kandidaten hätten.“ Den hatten die Christsozialen: Stefan Seiffert.

CSU-Bürgermeisterkandidat Seifert über Wohnraum: „Entweder es passiert gar nichts oder es dauert ewig“

Der zweifache Familienvater arbeitet als Bankkaufmann bei der BayernInvest und lebt seit sieben Jahren in Feldkirchen. In der CSU ist er erst seit zwei Monaten, war aber in seiner Jugend aktiv in der Jungen Union. „Ich bin mit meiner Familie aus München hierher gezogen, weil wir unseren Kindern ein tolles Lebens- und Wohnumfeld bieten wollten“, sagte Seiffert. Doch seit einigen Jahren stelle er fest, wie schwer und unsicher es für junge Eltern in Feldkirchen sei, einen Krippen- oder Kindergartenplatz zu bekommen. „Aus meiner Sicht reagiert die Gemeinde immer erst, wenn es fast zu spät ist, da gibt es keinerlei vorausschauende Planung. Gleiches gilt für Wohnraum oder Verkehr – entweder es passiert gar nichts oder es dauert ewig.“

Da er aber nicht nur meckern und kritisieren, sondern gerne etwas ändern will, setzte er sich wiederholt in Gemeinderatssitzungen und suchte die Nähe zur CSU. „Die kannte ich aus meiner Jugend bei der JU“, sagte er. Und sei er „sehr nett und mit offenen Armen“ empfangen worden.

CSU-Bürgermeisterkandidat Seifert: Das sind seine Schwerpunkte

Vanvolsem ergänzte, dass beide Seiten sofort gemerkt hätten, dass man die gleichen Anliegen und Ideen habe. „Wir haben jetzt zwölf Jahre mit einem SPD-Bürgermeister erlebt, der nur verwaltet, aber nichts gestaltet hat“, stichelte der CSU-Ortschef gegen Amtsinhaber van der Weck. „Entscheidungen werden gar nicht oder viel zu spät getroffen – daher wollen wir uns jetzt den Bürgermeister-Sessel wieder zurückholen.“

Seiffert will – falls er gewählt wird – zahlreiche Themen anpacken: Kinderbetreuung, Verkehrsentlastung, Radwegekonzept, Ausbau des Heimstettener Sees, mehr Treffpunkte für Jugendliche, mehr Unterstützung für Senioren und mehr Veranstaltungen für den Zusammenhalt der Gemeinde. „Ich habe das Gefühl, die Feldkirchner wollen einen neuen Löser aus der Wirtschaft, der sich mit Zahlen auskennt, anstelle eines alten Bekannten aus dem Gemeinderat“, sagte Seiffert – ein Seitenhieb gegen seine Mitbewerber von SPD und UWV. Er wolle die Kommunikation zwischen Verwaltung, Bürgermeister und Bürgern deutlich verändern, „denn da liegt doch vieles im Argen“, aber auch die Zusammenarbeit mit den CSU-geführten Landratsamt, Bezirks- und Landesregierung verbessern. „Ich denke, zwölf Jahre SPD sind mehr als ausreichend“, sagte Seiffert, „jetzt muss etwas Neues her.“

Lesen Sie auch: Auch die UWV will den „Chefsessel“ - und zwar mit diesem Kandidaten

bb

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