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Jeder kann was mitnehmen oder was da lassen

Flohmarkt hinter Stahltüren: Das ist die Idee hinter dem „Zauberschrank“

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Seit Kurzem steht in Feldkirchen ein roter Schrank vor dem Kinderhaus St. Jakobus. Im Inneren versteckt sich beinah täglich Neues. Sehr zur Freude von Kindern und Eltern.

Feldkirchen – Vor dem Kinderhaus St. Jakob in der Zeppelinstraße in Feldkirchen steht ein knallroter Stahlschrank. Er ist beklebt mit Plastikblumen, quer über die beiden Türen prangt ein großes „Zauberschrank“, verbunden mit der Aufforderung: „Schau doch mal rein.“ Wer das macht, findet im Inneren Spielsachen, Büchern und Bekleidung – und darf sich bedienen oder was da lassen.

„Fast täglich wird die Hälfte davon ausgetauscht, das ist so toll“, schwärmt Nicola Akilligil (32), die die Idee zu der Tauschbörse im Kleiderschrank hatte. Draufgebracht hat sie wiederum eine Freundin, , die in München einen Bücher-Tauschschrank gesehen hatte. „Ich wollte einen Schrank für Mamis, weil ich auch eine bin, in dem man Sachen für Kinder, die zu schade sind zum Wegschmeißen, tauschen kann“, erklärt sie.

Rappelvoll ist der „Zauberschrank“ der seit ein paar Wochen an der Zeppelinstraße steht. Wer will, kann sich etwas herausnehmen – oder etwas da lassen.

Bei ihren Recherchen stieß Akilligil auf Oberschleißheim, wo ebenfalls ein Tauschschrank für Bücher steht. Bei der Gemeinde sagte man ihr, dass sie das nur mit ihrer Kommune machen könne, sonst klappe das nicht. „Eigentlich wollte ich den Schrank bei mir zuhause im Garten aufstellen, ich rief aber trotzdem mal bei der Gemeinde an.“ Da waren alle sofort begeistert und sagten Unterstützung zu. Der Schrank müsse zudem an eine öffentliche Stelle muss, wo viele Menschen vorbeikommen.

Die ausgebildete Mediendesignerin recherchierte weiter, auf was man beim Schrank alles achten sollte, dass der nicht sofort zerstört, umgeworfen oder angezündet wird. „Leider passierte das schon in vielen Städten“, sagt Akilligil. So kam auf den stabilen Stahlschrank. Der durfte „nicht zu hoch und nicht zu tief sein“, damit Mamas mit ihren Kindern alles gut sehen und erreichen können. Der Schrank durfte auch nicht tiefer als 30 Zentimeter sein, sodass keine zwei Bücher hintereinander reinpassen: „Die hintere Reihe schaut nämlich nie einer an.“

„Ziemlich zerkratzt, verbeult, außen grau und innen scheckig“

Im Internet fand Akilligil ihn dann, einen alten Werkzeugschrank. Kostenpunkt: 150 Euro. Doch als sie hinfuhr, bemerkte sie, dass sie etwas naiv war. „Der Schrank war viel zu schwer und zu groß für mich – also musste ich meinen Papa anrufen, der holte das Trumm ab: ziemlich zerkratzt, verbeult, außen grau und innen scheckig.“

Die nächsten Wochen verbrachte sie ihre Freizeit pendelnd zwischen Baumarkt und ihrer Garage. Von Abschleifen, Grundieren oder mehrfach Lackieren hatte sie zuvor noch nie etwas gehört. „Zum Glück schloss mich der Baumarkt-Mitarbeiter ins Herz und hat mir alles mit großer Geduld haarklein erklärt.“ Nach dem vierten Lackieren und einigen Wochen Arbeit war sie fertig. „Der Schrank sollte eigentlich pink werden, doch mein Mann hat gesagt, wenn das nicht klappt und wir den zurücknehmen müssen, dann auf keinen Fall in Rosa.“ Daher ist er jetzt rot, beklebt mit vielen Blumen.

Plastikboxen für Kleinteile wurden schon geklaut

Auch die Gemeinde hielt Wort, maß alles genau aus, errichtete ein stabiles Betonfundament an der Zeppelinstraße und befestigte den Schrank stabil. „Die Leute vom Bauhof habe ich so lange genervt, bis sie ihn endlich aufbauten“, sagt Akilligil.

Gleich in der ersten Nacht befüllte sie den „Zauberschrank“ mit eigenen Sachen und Spenden von Eltern aus der Krippe ihrer Tochter. Die Plastikboxen für Kleinteile wurden wie befürchtet nach wenigen Tagen geklaut, „aber da hatte ich einen doppelten Satz gekauft und konnte sofort nachlegen“. Auch die Pinnwand, an der man Feste oder größere Stücke annoncieren kann, war ruckzuck weg – doch nach zwei Tagen plötzlich wieder da. „Ansonsten läuft es sensationell“, sagt Akilligi. Spiele, Puppen, Kleidung, Ohrringe und Armbänder, Bücher für Kinder wie Erwachsene, sogar Faschingskostüme – „das wechselt alles so schnell und ist fast immer in einem Top-Zustand.“ Akilligil hat ihr Ziel, einen permanenten Flohmarkt für Mamis und Papis zu schaffen, erreicht. Und auch die Kinder sind begeistert vom roten Zauberschrank, der täglich etwas Neues bietet.

Im Kinderhaus St. Jakob hat eine geplatzte Leitung für einen Wasserschaden gesorgt. Ab Montag wird er repariert. Unter laufendem Betrieb.

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