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Schleppend läuft die Wiederverfüllung der Kiesgrube Feldkirchen. Sie soll ab 2021 Platz für ein neues Wohngebiet bieten. 

Kiesgrube bei Feldkirchen füllt sich viel zu langsam

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Seit einiger Zeit läuft bereits die Wiederverfüllung des östlichen Teils der Kiesgrube „Am Kiesgrund“, der direkt an den Heimstettener See bei Feldkirchen anschließt. Die Gemeinde möchte das gesamte Gelände, sobald es wieder aufgefüllt ist, zu einem neuen Wohnviertel machen. Doch der avisierte Zeitplan bis 2021 stockt, es kommt viel zu wenig Füllmaterial an. 

Feldkirchen – Das soll nun ein zweiter Füllbetrieb ändern. Patrick Kaurisch, zuständig für die Grundstücksaufbereitung beim österreichischen Immobilienunternehmen CA Immo, der das Gelände mittlerweile gehört, erläuterte den Gemeinderäten die Situation. Demnach wurde mit der Wiederverfüllung der riesigen Kiesgrube im Jahr 2009 begonnen. „Wir planten ursprünglich mit einer Gesamtmenge von zwei Millionen Kubikmeter Material, damit wir das Loch wieder eben aufgefüllt hätten“, so Kaurisch. „Das wären im Jahr 10 800 Lkw-Fahrten oder 50 am Tag gewesen.“ Geplant wurde mit 130 000 bis 150 000 Kubikmetern im Jahr, was anfangs auch gut klappte. Doch seit einigen Jahren wird das Material, an das man in Sachen Umweltverträglichkeit sehr hohe Ansprüche habe, immer weniger.

„Wir hatten gehofft, von der Bahn-Großbaustelle Stuttgart 21 viel Material per Bahn zu bekommen, doch dem war nicht so“, schildert Kaurisch. „Auch die zweite Münchner Stammstrecke, auf die wir hofften, verzögert sich.“ In den Jahren 2017 und 2018 kamen jeweils nur noch gut 50 000 Kubikmeter an, also viel zu wenig, um den Zeitplan einhalten zu können. Insgesamt wurden bislang erst 950 000 Kubikmeter anstelle der kalkulierten 1,3 Millionen Kubikmeter angeliefert.

Damit will das Unternehmen nun wirtschaften: „Wir haben unsere Pläne dahin geändert, dass wir nicht mehr so hoch auffüllen, weil die zu bauenden Häuser Tiefgaragen und Keller erhalten“, erläutert Kaurisch. „Daher benötigen wir bis zum Jahr 2021 auch nur noch gut 400 000 Kubikmeter.“ Davon sollen 120 000 Kubikmeter mit der Bahn und 280 000 Kubikmeter mit Lkws angeliefert werden – dies entspräche 8000 Fahrten im Jahr. Um das aber einhalten zu können holt sich die CA Immo nun einen zweiten Verfüllbetrieb ins Boot. „Der hat uns zugesichert, dass er im Großraum München genügend unbelastetes Material auftreiben kann“, sagt der Unternehmensvertreter.

Die beiden Betriebe würden absolut getrennt, mit Zaun und zwei Zufahrten. Daher brauche es Genehmigung des Gemeinderats für die zweite Einfahrt sowie Aufenthalts- und Toilettencontainer. Das Ziel sei, so Kaurisch, dass das Gelände 2021 so aufgefüllt zur Verfügung steht, das die Gemeinde dort bauen kann. Der Gemeinderat stimmte dem Ansinnen einstimmig zu unter der Auflage, dass das Landratsamt dafür sorgt, dass die Container nach Beendigung der Wiederverfüllung unverzüglich abgebaut werden. 

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