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Ein erster Entwurf des neuen Gymnasiums in Kirchheim.

„Wir langen mit Sicherheit bei über 100 Millionen“

Kosten für neues Gymnasium empören Gemeinderat

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Die Kosten für das neue Gymnasium in Kirchheim sind auf 94 Millionen Euro angestiegen. In Feldkirchen kommt das nicht gut an. Die Gemeinde finanziert einen großen Teil der Schule mit.

Feldkirchen – „Keiner gibt gerne unnötig Geld aus“, versuchte Feldkirchens Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) die Gemüter im Gemeinderat zu beruhigen. Auslöser war die Botschaft, dass die Kosten für den Neubau des Kirchheimer Gymnasiums sich mittlerweile auf 93,9 Millionen Euro hochgeschraubt haben. Auf Feldkirchen entfallen davon 15,19 Millionen. Die Kritik aus Feldkirchen wird jedoch „nur“ als Anregung in den Zweckverband eingehen, wo die Entscheidung längst gefallen ist.

Die Kostensteigerung hat laut van der Weck drei Gründe: Die ermittelten Kosten im Jahr 2017 waren nur ein grober Schätzrahmen, der Risikopuffer von 11,2 Millionen wurde nicht eingerechnet und zu guter Letzt natürlich die beinah täglich steigenden Baukosten. Mittlerweile gehe man in Leistungsphase drei und vier, hier rechnen die involvierten Fachplaner basierend auf dem Architekten-Entwurf bereits genauer, nun kommt auch der Risikopuffer mit rein, sodass aktuell mit 93,86 Millionen Baukosten gerechnet wird.

„Im Vergleich zu den Gymnasien in Ottobrunn und Unterföhring jedoch im absoluten Mittel“, erläuterte Projektsteuerer Sascha Reinfelder. Bei allen Fraktionen war die Zustimmung zum Gymnasium zu hören. Wie so oft, „hakt“ es am Geld, zumal „wir das Gymnasium Aschheim auch noch bauen“, erinnerte Christian Wilhelm (SPD). Er bedauere, dass der Gemeinderat über die Kostensteigerung nicht informiert wurde, „schließlich wären wir ja weisungsbefugt gegenüber demjenigen gewesen, der uns im Zweckverband vertritt“. Andreas Janson (CSU) kritisierte die fehlende Deckelung. Man hätte beim eigenen Turnhallenbau gesehen, dass man mit Deckel eine „punktgenaue Landung“ hinlegen könne. Michael Burger (SPD) kritisierte, dass die Schülerzahl von 1200 auf 1350 angehoben und somit aus der Dreifach- eine Vierfach-Turnhalle wurde. Zumal mit Feldkirchner Geld die Kirchheimer Turnhalle ständig saniert worden sei. „Nun wird sie abgerissen, da fehlt es mir an Logik. Aber wenn wir das Geld zurückbekommen, habe ich kein Problem“, sagte Burger. Wehren könne man sich ja nicht mehr, aber „wir müssen uns gewahr sein, dass wir bei freiwilligen Leistungen streichen müssen. Ein kostenfreier Kindergarten ist damit erledigt.“

Franz Golibrzuch (UWV) „sieht kein Ende der Steigerungen“, und auch Dorothea Probst sieht die Kosten schöngeredet: „Wir werden mit Sicherheit irgendwo über 100 Millionen landen.“ 

Lesen Sie auch: Jetzt wird‘s richtig teuer: Darum kostet das Gymnasium in Kirchheim auf einmal so viel mehr

sab

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