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Kraftwerk auf dem Balkon: Ehepaar stellt Interessierten Mini-Solaranlage vor

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Von: Bert Brosch

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Preiswerte Klimaschutzmaßnahme: Ewald Edelsbrunner erklärt Nachbarn und Interessenten sein Balkonkraftwerk. Links neben ihm seine Ehefrau Karin Feiler.
Preiswerte Klimaschutzmaßnahme: Ewald Edelsbrunner erklärt Nachbarn und Interessenten sein Balkonkraftwerk. Links neben ihm seine Ehefrau Karin Feiler. © bb

Ein eigenes kleines Kraftwerk auf dem Balkon hat ein Ehepaar aus Feldkirchen. Ihre Mini-Solaranlage haben sie nun Interessierten vorgestellt.

Feldkirchen – Das Ehepaar Ewald Edelsbrunner und Karin Feiler aus Feldkirchen ist aktiv in verschiedenen Umweltgruppen. Diese Einstellung und die Angst vor einem totalen „Blackout“, also einem längeren Stromausfall, hat sie bewogen, mehrere eigene Photovoltaik-Anlagen (PV) zu installieren. Eine davon auf ihrem Balkon. Und die haben sich jüngst einige Interessierte angeschaut.

„Es gab nach meinen Informationen seit 2006 fünf große Stromausfälle, sogenannte Blackouts in Europa und Deutschland, durch Unfälle, Störfälle oder Umweltkatastrophen“, sagt Edelsbrunner. Der Ingenieur für Elektronik und Nachrichtentechnik sieht zudem die Gefahr durch Anschläge auf die Stromversorgung. „Da wollen wir mit unseren kleinen PV-Anlagen etwas vorbeugen – denn wenn wir keinen Strom mehr haben, dann funktionieren weder die Haushaltsgeräte, noch Heizungen, aber auch kein Fernsehen, Radio, Internet oder Handy. Also gibt es auch keine Informationen“, warnt Edelsbrunner, der bis Mitte dieses Jahres als IT-Berater gearbeitet hat und seither Privatier ist.

„In knapp vier Jahren hat sich die PV-Anlage amortisiert“

Der Feldkirchner hat sich daher im Dezember 2020 eine erste PV-Anlage für 1200 Euro auf sein Garagendach montiert, diese dient ihm als reine Krisenvorsorge und Notstrom. Die Anlage sei zwar nicht wirtschaftlich, aber im Fall der Fälle habe er eine rote Steckdose im Wohnzimmer, die zu einer 2,8 kWh-Batterie führe. „Ohne Sonne hält der Strom für Kühl- und Gefrierschrank, Radio, TV und Handy-Aufladen zwei Tage, bei schönem Wetter vier Tage.“ Es folgte das erste Balkonkraftwerk im Mai 2021, dann eine Erweiterung im Juni für insgesamt 620 Euro. Der Nachteil: Diese Anlage leistet 310 kWh im Jahr, funktioniert aber nur, wenn es Strom im Netz gibt. „Im September habe ich diese Anlage bei meinem Nachbarn installiert, der den Strom für das warme Wasser in seinen Aquarien braucht und damit voll zufrieden ist.“

Er selbst habe habe sich ein Balkonkraftwerk für 680 Euro installiert, dieses leiste 650 kWh im Jahr, was aktuell 195 Euro entspreche – „das heißt, in knapp vier Jahren hat sich die PV-Anlage amortisiert“, sagt Edelsbrunner, der Förderer und Mitglied des Solarenergie Fördervereins ist und sich aktiv bei „München Solar 2030“ engagiert. Doch da es eine Garantie von 20 Jahren gibt, könne er weitere 16 Jahre günstigen Strom produzieren, die kWh zu 5,2 Cent.

Warum nicht auf jedem Dach eine Solaranlage?

Die Montage der Anlage ist denkbar einfach. „Wer eine Bohrmaschine bedienen kann, der kann auch so ein Balkonkraftwerk selber installieren“, sagt Edelsbrunner. Vorher einfach dem Netzbetreiber Bescheid sagen, die Privat-Haftpflichtversicherung prüfen, ob PV-Anlagen mitversichert sind. „Eine Baugenehmigung braucht man dafür nicht.“

Seiner Karin Feiler ist es eh ein Rätsel, warum es nicht auf jedem Hausdach Solarmodule gibt. „Balkonkraftwerke sind preiswert, amortisieren sich schnell und sind eine Klimaschutzmaßnahme, die langfristig Geld einbringen anstatt zu kosten – und Arbeit hat man auch keine damit.“ Sie möchte daher möglichst viele Feldkirchner motivieren, sich auch ein Balkonkraftwerk zu installieren.

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