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Mehr Wohnungen, dafür keine Praxen: Pläne für Seniorenheim überarbeitet

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Von: Bert Brosch

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Das Gewerbegebiet wurde n in ein Wohngebiet umgewandelt. Hier soll neben dem weißen Haus im Hintergrund ein Seniorenwohnheim mit 70 Wohnungen entstehen.
Das Gewerbegebiet wurde n in ein Wohngebiet umgewandelt. Hier soll neben dem weißen Haus im Hintergrund ein Seniorenwohnheim mit 70 Wohnungen entstehen. © Bert Brosch

Die Architekten haben die Pläne für das Seniorenheim in Feldkirchen überarbeitet. Die Praxen sind rausgefallen, dafür gibt es mehr Wohnungen - und immer noch Kritik.

Feldkirchen – Die Arzt- und Physio-Praxen sind gestrichen, dafür gibt es mehr Wohnungen: Die Architekten haben die Pläne für das Seniorenwohnheim an der S-Bahn-Linie in der Dornacher Straße in Feldkirchen überarbeitet. Gegen den Widerstand von CSU und SPD dürfen sie weiterplanen.

„Vor einem Jahr kam der Vorwurf aus Reihen des Gemeinderats, das sei ein Haus für Reiche, also haben wir die großen Wohnungen gestrichen“, erklärte Architekt Michael Winkelmann in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Dafür gebe es mehr Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 80 Quadratmetern, insgesamt werden es jetzt 70 Wohnungen. Ebenfalls nicht mehr in der Planung sind die Arzt-Praxis und eine Physiotherapie-Einrichtung, die alle Feldkirchner hätten nutzen können. „Dafür gibt es nach unserer Erkenntnis keinen Bedarf“, so Winkelmann.

Sorgen um S-Bahn-Lärm

Gebaut werden an der Dornacher Straße zwei Häuser mit einer Höhe von 13,8 Meter, diese erhalten begrünte Flachdächer mit Solaranlagen. Ein Teil der Wohnungen wird barrierefrei, auch rollstuhlgerechte wird es geben. In der Tiefgarage sind Kellerräume sowie 40 Auto-Stellplätze, die breiter sind als gewöhnlich, und zwei Radkeller angedacht. Mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat man zudem einen festen Betreiber gefunden, mit dem das neue Konzept eng abgesprochen ist. „Das Ziel ist es, dass jeder dort bis zu seinem Tod gut versorgt wohnen kann“, sagte Winkelmann.

Allerdings liegt das Grundstück von 4086 Quadratmetern Größe in einem reinen Gewerbegebiet. Der Gemeinderat musste den Flächennutzungsplan daher in ein allgemeines Wohngebiet ändern. Christian Wilhelm (SPD) erneuerte seine Kritik am Standort: „Die Lage ist für mich absolut falsch, das ist weit ab vom Schuss, nichts für Senioren.“ Zudem bemängelte er die wenigen Stellplätze, „da ist ja keiner für Besucher vorgesehen“. Fraktionskollegin Verena Claudi-Weißig lehnt den Bau wegen des zu hohen Lärms durch die S-Bahn ab. „Es gibt ein Schallschutzgutachten und da übersteigt der Lärm den Höchstwert um 25 Dezibel – das ist viel zu viel.“ Winkelmann und Christoph Rickert vom Planungsbüro Wüstinger Rickert versuchten, die Kritik zu entkräften. So gebe es umfangreiche Schallschutzmaßnahmen, feste wie auch bewegliche, wodurch die Bewohner vor dem Lärm geschützt seien. Ein anderer Aspekt missfiel Herbert Vanvolsem (CSU): Es würde billiger Gewerbegrund in teuren Baugrund umgewandelt. „Wo sind die Vorteile für die Gemeinde, wenn Arzt und Physio rausfallen?“ Zudem stehe an der Dornacher Straße bereits ein Schwarzbau, so Vavolsem „nun wollen wir noch ein Wohnhaus ins Gewerbegebiet stellen?“

Auf Kritik folgt Lob

Doch es hagelte nicht nur Kritik, auch Lob bekamen die Planer zu hören Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) gefällt die visuelle Planung des Projekts: „Da hat alles Hand und Fuß und in einem so frühen Stadium so gute Unterlagen, das ist toll.“ Dem schloss sich Knut Schwarz (UWV) an: „Wir müssen endlich einen Schritt vorwärtsmachen, nicht immer nur zögern.“

Das sah die Mehrheit des Gemeinderats so. Man beschloss die Umwandlung in ein Wohngebiet (9:7 Stimmen) sowie das Bauleitplanverfahren (9:6), jedoch erwarte man mehr Stellplätze und auch E-Ladeplätze sowie Arzt- oder Physio-Einrichtungen.

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