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Kraxeln und Toben können die Kinder auf den neuen Geräten in der Turnhalle, unter anderem auf dem „Multi-Motion-Center“ (vorne). Das zweite ist laut den TSV-Vorsitzenden allerdings leider schon defekt.

Der Neubau hat 8,3 Millionen Euro gekostet

Neue Turnhalle: Diese Punkte bemängeln die TSV-Sportler

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Die neue Turnhalle in Feldkirchen ist ein echtes Schmuckstück. Bei aller Freude über den Neubau hat die Vereinsspitze des TSV Feldkirchen einige Mängel ausgemacht.

Feldkirchen – Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) ist mächtig stolz auf die neue Turnhalle der Gemeinde Feldkirchen. Vor allem darauf, „dass wir die kalkulierten Baukosten von 8,3 Millionen Euro eingehalten haben, das ist wirklich toll“. Brigitte Pfaffinger, Vorsitzende des Hallen-Hauptnutzers TSV Feldkirchen, ist prinzipiell ebenso begeistert, wuchs doch mit dem Neubau die Zahl der Kurse und Mitglieder. „Die neue Halle ist toll, hat aber viele Mängel“, moniert sie. „Leider hat man viel Geld ausgegeben, aber viele Punkte nicht zu Ende gedacht.“

Eine Ursache dafür hat Anton Greipel ausgemacht. Er ist Pfaffingers Stellvertreter und der „Technische Direktor“ der Halle, wie die TSV-Vorsitzende ihn scherzhaft nennt. „Wir waren am Anfang in die Planung mit einbezogen“, berichtet er, „doch als der Bau begann bis zur Eröffnung – das waren fast zwei Jahre – waren wir nicht mehr beteiligt. Das sieht man an vielen kleinen Details.“

„Wenn alle drei Hallenteile Musik machen, gibt es nur einen infernalischen Krach“

Bei einem Rundgang zeigt Greipel, was er meint: Die Lautsprecher, eigentlich dafür gedacht, dass in jedem der drei Hallenteile eigene Musik zu den verschiedenen Kursen laufen kann, wurden auf Höhe der Besucher-Galerie installiert. „Wenn jetzt alle drei Hallenteile Musik machen, gibt es nur einen infernalischen Krach“, sagt Greipel. Doch das ist nur ein kleiner Makel. Wesentlich ärgerlicher sei die nicht funktionierende Schließanlage. Sämtliche Schlösser in den Hallenteilen und Gymnastikräumen mussten wieder ausgebaut werden. Ein Diebstahlrisiko, wie der TSV Vize findet: „Da lagern auch hohe Werte mit den Geräten, viele hat der Verein selbst angeschafft.“ Etwa Uhren und CD-Spieler, die fehlten nämlich in den Gymnastikräumen.

Kritikpunkt 1: Die Umkleideschränke sind zwar schick, aber auch umständlich zu nutzen.

Davor wurden giftgrüne „Garderoben“ installiert, deren Bügel hängen für kleinere Menschen zu hoch, sind nicht herausnehmbar und daher schwer mit Mänteln zu bestücken, mahnen die Vereinsverantwortlichen an. Darüber gibt’s ein großes Fach „ohne Sinn“, nur mit einer Leiter wäre es zu öffnen. „Dafür sind die Schuhfächer so flach, dass Winterschuhe oder Stiefel nicht reinpassen“, sagt Greipel. Im Tiefgeschoss befindet sich die Toilette für Rollstuhlfahrer, die aber für diese nicht zu benutzen ist. „Die Türe ist derart schwergängig, dass man sie als Rollstuhlfahrer oder älterer Mensch mit körperlichem Handicap garantiert nicht öffnen kann“, sagt Greipel. In den Duschen fehlten Halter fürs Shampoo, in keiner Kabine gebe es einen Föhn und nur zwei Steckdosen. „Warmes Wasser kommt immer erst nach drei Minuten, die ersten duschen also immer kalt oder müssen warten“, sagt Greipel.

Umkleide der Footballer ein „Schildbürgerstreich“

Ein echter „Schildbürgerstreich“ sei die Kabine für die American Footballer, die ebenfalls Aufnahme in die Halle gefunden haben. „Die haben zwar einen separaten Seiteneingang, müssen aber in der Pause mit ihren Dreckschuhen durch den gesamten Gang bis zu ihrer Kabine. Wer hat sich das nur überlegt, dass die Kabine nicht nach vorne zum Outdoor-Eingang verlegt wurde“, sagt Greipel und schüttelt den Kopf. Auch ein eigener Raum für einen Hallenwart fehle, der sitzt tagsüber in der Küche, abends aber, wenn am meisten Betrieb ist, sei gar niemand da, wenn es Probleme mit der Technik gibt.

Hätten sich gerne noch mehr eingebracht: Anton Greipel und Brigitte Pfaffinger vom TSV Feldkirchen wären gerne während der gesamten Planung und Bauphase beteiligt gewesen.

„Wir wollen keinesfalls nur meckern, insgesamt sind wir sehr froh über die neue Halle“, betont Pfaffinger. Der TSV kann seither 16 neue Kurse für Erwachsene und sieben neue für Kinder anbieten. „Vor allem für Menschen über 50 Jahren oder für den Reha-Sport konnten wir das Angebot ausweiten – und da sind wir noch lange nicht am Ende, haben auch eine ungeheure Nachfrage“, sagt Pfaffinger. Gerade in Planung seien Kurse für Rollstuhlfahrer und auch für E-Sport. Mit raschen Schritten steuert der Verein auf 2200 Mitglieder zu, vor acht Jahren waren es noch deutlich unter 1000. „Wirklich toll ist, dass wir die Geräte problemlos in den Hallenteilen verschieben können“, lobt Pfaffinger. Darunter auch das „Multi-Motion-Center“, ein Gerät zum Klettern, Rutschen und Balancieren. Aber: „Leider funktioniert nur eines von zweien“, so Pfaffinger.

Sie ärgert sich immer noch über die Start-Probleme, nach der Einweihung im Mai sollte der TSV rasch in die neue Halle umziehen können, wurden dafür neue Trainer und Übungsleiter verpflichtet. Doch zahlreiche Mängel im Sanitär- und Duschbereich sowie der Küche machten dies monatelang unmöglich. Bis heute seien nicht alle Mängel, auch im Dachbereich behoben, mehrere „Verursacher“ gebe es nämlich gar nicht mehr, die sind laut Pfaffinger pleite.

Schnuppertag

Damit sich alle Feldkirchner ein Bild von der neuen Halle machen können, bietet der TSV am Sonntag, 19. Januar, ab 11 Uhr ein buntes Angebot zum Mitmachen für die ganze Familie.

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