Einen ersten Entwurf präsentierten die Investoren dem Bauausschuss. Das Seniorenheim an der Münchner Straße wäre demnach gut 13 Meter hoch, umfasst 160 Wohnungen und 20 Tagespflegeplätze. Erschlossen wird es über die Ludwigstraße (rechts).
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Einen ersten Entwurf präsentierten die Investoren dem Bauausschuss. Das Seniorenheim an der Münchner Straße wäre demnach gut 13 Meter hoch, umfasst 160 Wohnungen und 20 Tagespflegeplätze. Erschlossen wird es über die Ludwigstraße (rechts).

Nach 20 Jahren voller Debatten

Wird’s jetzt was mit dem Seniorenheim? Investoren stellen Pläne für Pflegeeinrichtung vor

  • Bert Brosch
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Ist es nun wirklich soweit? Nach langwierigen Debatten um ein Seniorenheim in Feldkirchen haben nun Investoren konkrete Pläne vorgestellt. Die gefallen aber nicht jedem im Gemeinderat.

Feldkirchen – Lange wurde debattiert, nun tut sich was: „20 Jahre haben alle nur geredet und jetzt stellen sich gleich zwei Investoren für Senioreneinrichtungen vor“, jubelte Bürgermeister Andreas Janson (UWV) im Bauausschuss. Die „Victor’s Group“ und Investor Michael Schamberger wollen ein Pflegeheim in Feldkirchen bauen. Doch nicht alle sind mit den Plänen einverstanden.

Die ehemalige Gemeinderätin Dorothea Probst hielt vor der Sitzung ein Plädoyer, dass sich endlich etwas tun müsse im Ort. „Wir reden schon so lange darüber, doch getan hat sich nichts.“ Die Gemeinde könne ihre Senioren nicht alle abschieben nach Aschheim oder Vaterstetten. „Die wollen am Ende ihres Berufslebens in Feldkirchen bleiben. Die Gemeinde tut so viel für Kinder, jetzt sind mal die Senioren dran“, forderte Probst.

130 Pflege-Zimmer, 20 Tagespflegeplätze

Auf dem Grundstück der Münchner Straße 22 sollen auf rund 5500 Quadratmetern in vier Stockwerken und vier Riegeln insgesamt 130 Pflege-Zimmer entstehen, ein Teil davon ist vorgesehen für eine Demenz-WG. Hinzu kommen 20 Tagespflegeplätze und 30 Wohnungen für betreutes Wohnen. Architekt Klaus Geiwanger erläuterte im Ausschuss, dass man zur vielbefahrenen Münchner Straße hin einen rund 13,30 Meter hohen Riegel als Lärmschutz plane, nach hinten zur Brunnenstraße hingegen ist das Ensemble offen mit vielen Höfen. Geiwanger: „Es wird ein Café für alle geben.“

Die „Victor’s Group“, die das Feldkirchner Heim betreiben wird, hat laut Geschäftsführer Falk Ostermann in Deutschland 120 Einrichtungen mit 19 000 Plätzen, dazu Hotels, Gastronomie und einen Verlag. Das Unternehmen kenne sich in der Tagespflege, mit Senioren-WGs oder stationärer Pflege. „Unser Ziel ist, dass jeder, der da rein möchte, es auch finanziell kann. Wir bieten alle Größen im mittleren bis gehobenen Segment“, sagte Ostermann. Um qualifiziertes Pflegepersonal in ausreichender Anzahl zu haben, betreibe die „Victor’s Group“ eine eigene Pflegeschule sowie -akademie, man habe über 2000 Auszubildende. Ostermann: „Wir haben weltweite Projekte mit einer perfekten Vernetzung, können also auf Personal aus Vietnam, Indien und den Philippinen zurückgreifen.“ Investor Michael Schamberger, ein Feldkirchner, ergänzte, dass man in der Rübezahlstraße Grundstücke für die Mitarbeiter erworben habe. „Die können in zwei Minuten zu Fuß oder in einer Minute mit dem Rad zum Seniorenheim kommen, werden also keinen Verkehr erzeugen.“

Der Status quo: So sieht das Grundstück an der Münchner Straße aus, im Frühjahr 2022 soll dort Baubeginn sein.

Bedarf an so einer Einrichtung bestehe in Feldkirchen, da ist sich Christian Wilhelm (SPD) sicher, „aber nicht in der Größe. Nach meinen Berechnungen brauchen wir höchstens 50 Plätze für Pflege und Betreuung.“ Das Haus sei viel zu hoch in einem reinen Einfamilienhaus-Wohngebiet. Stefan Seiffert (CSU) hingegen hält das Projekt für richtig und gut, „der Investor kam uns schon sehr entgegen bei der Höhe, das sollten wir honorieren“. Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) kritisierte die Optik des Hauses und die Planung der Grünanlagen: „Das gefällt mir überhaupt nicht, außerdem widerspricht die Planung unserem tollen Bebauungsplan für das Gebiet.“ Laut Bürgermeister Janson fehlen im Landkreis 9000 Seniorenwohnheimplätze, „dass wir das Haus nicht vollbekommen, da mache ich mir keine Gedanken“. Er schlug daher vor: „Wir sollten jetzt den Bebauungsplan auf den Weg bringen, Details über Höhe, Abstufung, Grünanlagen, Bäume und Zufahrt werden im Laufe der Zeit noch diskutiert. Wir werden einen Verkehrsgutachter einschalten.“ Gegen die Stimme von Pahl-Leclerque beschloss dies der Bauausschuss so.

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