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Radi-Essen der UWV: Monopoly-Schauspiel veralbert Bürgermeister und Gemeinderat

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Von: Bert Brosch

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Die Protagonisten des „Monopoly“-Schauspiels:(v.l.) „Simeone“ (Katharina Bruka), „Mandi“ (Alexander Zimmermann), „Hin und Weg“ (Franz Golibrzuch), „Wilhalm“ (Andreas Janson), Autor Michael Schön und Erzähler Erhard Magori. © Bert Brosch

Statt einer Fastenpredigt gab‘s beim Radi-Essen der UWV in Feldkirchen ein bitterböses Monopoly-Schauspiel zu sehen. Vor allem Bürgermeister Werner van der Weck bekam sein Fett weg.

Feldkirchen – Der eigentliche Protagonist an diesem Abend kam nicht aus Feldkirchen. Er hatte eine lange Anreise hinter sich. Seit über 20 Jahren hält die UWV bei ihrem Starkbierfest ein Radi-Essen ab. Den Rettich importiert die Gruppierung aus Italien. Der Rest der Gäste im proppevollen Ludwig-Glöckl-Haus kam freilich aus der Gemeinde. Und um die drehte es sich in der spielerischen Fastenpredigt, die Gemeinderat Michael Schön zum zehnten Mal geschrieben hat. Leider fehlte der Mut, die eigenen Leute zu derblecken. So war „Monopoly“ eine unterhaltsame Abrechnung mit Bürgermeister Werner van der Weck (SPD).

Mit einem „Spezialwürfel“, der nur Einsen besaß, weil „in Feldkirchen alles sehr langsam vorangeht“, wie Erzähler Erhard Magori einführte, spielten vier Vertreter des Gemeinderats Monopoly: die Grüne „Simeone“ (Katharina Bruka), der Unabhängige „Mandi“ (Alexander Zimmermann), Bürgermeister „Hin und Weg“ (Franz Golibrzuch) und der Rote „Wilhalm“ (Andreas Janson). Sie umrundeten den mit gemeindeeigenen Feldern bestückten Spielplan,soie zogen über das Autobahnkreuz Ost, den Bahnhofdurchstich oder das Raiffeisengelände.

Monatelang hatte Schön mit Co-Autor Zimmermann Begebenheiten, Kurioses und Sprüche aus dem Gemeinderat aufgeschrieben. Weil er seine Recherchen vor zwei Monaten beendet hat, waren die „dramatischen“ Szenen der vergangenen Sitzungen nicht mehr verarbeitet. Stichwort: vergessener Beschluss (wir berichteten). Dennoch nahm das unvollendete Drama Einheimischen-Bauland den größten Part des fast einstündigen Stücks ein.

Zuvor arbeiteten sich die Spieler an den anderen kommunalpolitischen Themen ab. Wer schon einmal selbst in einer Gemeinderatssitzung saß, wusste, dass bei dem Schauspiel nicht nur Fiktion war. Bürgermeister „Hin und Weg“ hat prinzipiell immer Recht, weiß alles besser als seine Gemeinderäte. „Ich brauche Eure Zustimmung zum Verkauf eines Grundstücks. Ich darf nicht sagen, wer es ist und was er machen will“, sagte er. „Je weniger Ihr wisst, umso besser, sonst wird wieder sinnlos diskutiert.“

So richtig drunter und drüber ging es beim Einheimischen-Modell – da musste Schön nichts überspitzen, da ist der echte, bis heute nicht abgeschlossene Vorgang, Realsatire genug. „Du hast mir doch ganz fest ein Grundstück versprochen, jetzt sind drei Jahre vorbei, ich hab‘ extra geheiratet und noch immer keines“, schimpft der Rote Wilhalm. Als die anderen Mitspieler sich entrüsteten, wie der „Hin und Weg“ denn so etwas versprechen kann, sagt der nur: „Ich kann mich daran nicht erinnern.“

Nicht nur diese Sottise wurde herzlich belacht. Als der Mann mit dem Hut mit den Worten „Wie immer habe ich gewonnen“ über „Los“ zog, wurde das bitterbös-satirische Schauspiel laut umjubelt. Danach gab’s endlich Starkbier aus München und den Rettich aus Italien.

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